Babyspielzeug: Was ist sinnvoll und worauf müssen Eltern achten?
Babys brauchen kein Kinderzimmer voller Spielsachen. Für das erste Lebensjahr reichen wenige, gut verarbeitete und altersgerechte Produkte, die zum Greifen, Tasten, Schauen, Hören und Bewegen einladen. Besonders sinnvoll sind leichte Greiflinge, Rasseln, Beißringe, weiche Bälle, Fühlbücher, Stapelbecher und große Bausteine.
Beim Kauf zählt die Gestaltung mehr als der Preis oder die Zahl der Funktionen. Babyspielzeug muss stabil sein, darf keine verschluckbaren Kleinteile enthalten und sollte weder scharfe Kanten noch lange Schnüre haben. Da Babys Gegenstände mit Mund und Händen erkunden, gehören außerdem Material, Reinigung und Schadstoffangaben auf die Prüfliste.
Welches Babyspielzeug braucht ein Kind wirklich?
Im ersten Lebensjahr entwickelt sich ein Baby schnell. Zunächst beobachtet es vor allem Gesichter, Licht und Bewegungen. Danach beginnt es, gezielt nach Gegenständen zu greifen, sie festzuhalten und zum Mund zu führen. Später kommen Drehen, Robben, Krabbeln, Ein- und Ausräumen sowie erste Stapelversuche hinzu.
Ein kleiner Grundbestand deckt viele dieser Entwicklungsschritte ab:
- ein leichter Greifling oder eine gut verarbeitete Rassel,
- ein stabiler Beißring ohne Schnüre und lose Teile,
- ein weicher Ball,
- ein Fühl- oder Knisterbuch,
- Stapelbecher oder große Steckelemente,
- einige große Bausteine,
- ein waschbares Stoffspielzeug,
- ein einfaches Bilderbuch.
Babys lernen dabei vor allem durch eigene Handlungen. Sie schütteln eine Rassel, lassen einen Ball rollen, öffnen eine Klappe oder nehmen einen Gegenstand in die Hand. Ein einfaches Spielzeug, das eine solche Handlung ermöglicht, ist häufig geeigneter als ein Produkt mit vielen Licht-, Ton- und Bewegungseffekten.
Auch die gemeinsame Zeit mit Bezugspersonen bleibt entscheidend. Sprechen, Singen, Vorlesen, Blickkontakt und Nachahmung fördern die soziale und sprachliche Entwicklung. Kein einzelnes Spielzeug ersetzt diese Interaktion.
Babyspielzeug nach Alter
Altersangaben auf der Verpackung sind in erster Linie Sicherheits- und Nutzungshinweise. Sie sagen nicht exakt voraus, wann ein Kind eine bestimmte Fähigkeit beherrscht. Eltern sollten deshalb immer auch beobachten, was ihr Baby bereits greifen, drehen, ziehen oder in den Mund nehmen kann.
0 bis 3 Monate
In den ersten Monaten stehen Sehen, Hören, Tasten und die Beziehung zu vertrauten Menschen im Mittelpunkt. Geeignet sind:
- kontrastreiche Bilder oder Karten,
- ein sicher befestigtes Mobile außerhalb der Reichweite,
- leichte Stoffbälle,
- weiche Rasseln,
- einfache Spieluhren,
- kurze Spieleinheiten auf einer sicheren Unterlage.
Das Spielzeug sollte leicht und gut sichtbar sein. Ein Mobile darf nicht so tief hängen, dass das Baby danach greifen und es herunterziehen kann. Sobald sich das Kind aufrichten oder nach dem Mobile strecken kann, gehört es außer Reichweite.
In dieser Phase braucht ein Baby besonders viel Ansprache und freie Bewegung. Spielzeug muss nicht ständig angeboten werden. Ein einzelner Gegenstand genügt oft für einige Minuten konzentrierter Beschäftigung.
3 bis 6 Monate
Viele Babys greifen jetzt gezielter nach Gegenständen, halten sie fest und führen sie zum Mund. Sinnvoll sind:
- leichte Greifringe,
- Beißringe,
- Greiflinge mit verschiedenen Oberflächen,
- weiche Knisterelemente,
- strukturierte, gut zu reinigende Spielzeuge,
- unzerbrechliche Spiegel für die beaufsichtigte Spielumgebung.
Ein Greifling darf nicht zu schwer sein. Fällt er dem Baby aus der Hand, sollte er keine Verletzung verursachen. Öffnungen, Formen und Bänder müssen so gestaltet sein, dass das Spielzeug nicht tief in den Mund gelangen kann.
6 bis 9 Monate
In diesem Alter werden Bewegung und gezielte Erkundung wichtiger. Babys drehen sich, robben oder beginnen zu krabbeln. Viele können Gegenstände von einer Hand in die andere geben und untersuchen sie aus verschiedenen Perspektiven.
Passend sind:
- weiche Würfel,
- große Stapelbecher,
- große Ringe,
- stabile Fühlbücher,
- einfache Bälle,
- große Steckelemente,
- Spielzeug zum Rollen, Schieben oder Ziehen.
Stapelbecher bieten mehrere Spielmöglichkeiten: Das Baby kann sie umwerfen, ineinanderstecken, herausnehmen oder später stapeln. Solche Produkte begleiten daher mehrere Entwicklungsphasen.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Säuglinge tägliche körperliche Aktivität, insbesondere interaktives Spiel auf dem Boden. Bei noch nicht mobilen Babys gehört auch regelmäßige Bauchlage im Wachzustand dazu, immer unter Aufsicht. Spielzeug kann dabei als Anreiz dienen, sollte aber nicht zu einer bestimmten Bewegung zwingen.
9 bis 12 Monate
Zum Ende des ersten Lebensjahres interessieren sich viele Kinder für Ursache und Wirkung. Sie öffnen Klappen, werfen Gegenstände herunter, rollen Bälle und probieren erste Steck- oder Sortieraufgaben aus.
Geeignet sind:
- große Bausteine,
- einfache Steckspiele,
- große Sortierformen,
- stabile Schiebespielzeuge,
- Klappen- und Fühlbücher,
- weiche Bälle,
- einfache Musikinstrumente mit moderater Lautstärke,
- Behälter zum Ein- und Ausräumen.
Ein Spielzeug sollte eine klare Handlung ermöglichen. Drückt das Kind auf einen Knopf und ertönt ein Ton, ist der Zusammenhang leicht erkennbar. Zu viele blinkende Lichter, Geräusche und Bewegungen lenken dagegen vom eigenen Ausprobieren ab.
Die wichtigsten Spielzeugarten im Überblick
Greiflinge und Rasseln
Greiflinge trainieren das Festhalten und unterstützen die Hand-Auge-Koordination. Rasseln machen zusätzlich hörbar, dass eine eigene Bewegung eine Wirkung auslöst.
Achten Sie auf:
- geringes Gewicht,
- abgerundete Formen,
- geschlossene Bauweise,
- feste Verbindungen,
- angenehme, nicht unangenehm laute Geräusche.
Eine Rassel gehört nicht direkt ans Ohr des Babys. Wenn der Klang für Erwachsene bereits schrill oder unangenehm wirkt, passt das Produkt nicht in die Nähe empfindlicher Babyohren.
Beißringe
Beim Zahnen kauen Babys gern auf geeigneten Gegenständen. Ein Beißring sollte gut greifbar, stabil und leicht zu reinigen sein. Wichtig sind:
- eine Form, die nicht tief in den Mund rutschen kann,
- keine langen Zugbänder,
- keine lösbaren Anhänger,
- keine Risse oder porösen Stellen,
- eine klare Eignung für Babys.
Beschädigte Beißringe gehören sofort in den Abfall. Auch ein Produkt, das klebrig wird, seine Form verändert oder kleine Stücke verliert, ist nicht mehr sicher.
Stoff- und Fühlspielzeug
Stoffbücher, Knisterseiten und Fühlkarten sprechen mehrere Sinne an. Unterschiedliche Stoffe machen Oberflächen erfahrbar, während Knistergeräusche die Aufmerksamkeit wecken.
Stoffspielzeug sollte:
- fest vernähte Teile besitzen,
- keine Knöpfe, Perlen oder aufgeklebten Augen haben,
- keine losen Fäden aufweisen,
- waschbar sein,
- wenig fusseln,
- keine langen Bänder enthalten.
Bei Kuscheltieren sollten Eltern Nähte und Befestigungen regelmäßig kontrollieren. Ein Plüschtier mit lockerem Auge oder abgelöster Nase ist für ein Baby ungeeignet.
Bälle
Weiche, leichte Bälle fördern Greifen, Rollen und späteres Hinterherkrabbeln. Sie sollten groß genug sein, damit sie nicht in den Mund passen, und aus einem Material bestehen, das bei Druck nicht zerbricht.
Besonders praktisch sind Bälle mit verschiedenen Oberflächen. Sie lassen sich leichter greifen und bieten zusätzliche Tastreize.
Bücher
Fühlbücher aus Stoff und stabile Pappbilderbücher passen bereits zum ersten Lebensjahr. Babys betrachten Farben, ertasten Oberflächen und hören zu, wenn Erwachsene die Bilder benennen.
Pappseiten müssen robust und frei von scharfen Kanten sein. Bei Stoffbüchern sollten Nähte, Knisterfolien und angenähte Elemente fest sitzen.
Stapelbecher und Bausteine
Stapelbecher und große Bausteine fördern Greifen, Koordination und erste Problemlösungen. Zunächst räumt das Baby sie aus oder wirft einen Turm um. Später steckt es Becher ineinander und baut einfache Türme.
Verwenden Sie nur große Teile, die nicht verschluckt werden können. Kleine Bausteine und komplexe Bausätze gehören erst in eine spätere Entwicklungsphase.
Schiebe- und Nachziehspielzeug
Sobald ein Kind sicher sitzt, robbt oder läuft, werden bewegliche Spielzeuge interessanter. Ein Ball zum Schieben oder ein stabiles Nachziehspielzeug lädt zur Bewegung ein.
Bei Produkten mit Schnüren muss die Länge sicher gestaltet sein. Lange Kordeln, Bänder oder Ketten können sich um Körperteile wickeln oder eine Strangulationsgefahr darstellen. Ein Nachziehspielzeug darf außerdem keine kleinen Räder, Schrauben oder Dekorationen verlieren.
Holz, Kunststoff oder Silikon?
Das Material allein entscheidet nicht darüber, ob ein Spielzeug sicher ist. Verarbeitung, Alterseignung und Zustand sind wichtiger als die Bezeichnung auf der Verpackung.
| Material | Vorteile | Darauf sollten Eltern achten |
|---|---|---|
| Holz | robust, griffig, langlebig, meist ohne Batterien | keine Splitter, scharfen Kanten oder abblätternden Lacke |
| Kunststoff | leicht, bruchsicher und einfach zu reinigen | kein unangenehmer Geruch, keine Risse oder scharfkantigen Bruchstellen |
| Silikon | weich, strukturiert und bei Beißringen beliebt | keine Risse, losen Teile oder Zugbänder |
| Stoff | leicht, weich und häufig waschbar | feste Nähte, keine losen Fäden und keine ablösbaren Kleinteile |
Holzspielzeug ist nicht automatisch schadstofffrei. Lacke, Farben, Kleber und Sperrholz können problematisch sein, wenn das Produkt schlecht verarbeitet ist. Prüfen Sie deshalb, ob der Lack speichel- und schweißfest ist und ob sich Teile lösen.
Auch Kunststoff ist nicht grundsätzlich ungeeignet. Ein bruchsicheres, geruchsarmes und gut zu reinigendes Kunststoffspielzeug kann für Babys praktisch sein. Die Materialart ersetzt jedoch nicht die Kontrolle des konkreten Produkts.
Begriffe wie „Natur“, „Bio“ oder „ungiftig“ sind allein kein umfassender Sicherheitsnachweis. Entscheidend bleiben nachvollziehbare Herstellerangaben, die Altersfreigabe und die sichtbare Qualität.
Babyspielzeug sicher kaufen
Kleinteile ausschließen
Alles, was sich lösen lässt und in den Mund passt, stellt für Babys ein Risiko dar. Prüfen Sie daher besonders:
- Augen und Nasen von Stofftieren,
- Knöpfe und Perlen,
- Glöckchen,
- kleine Holz- oder Kunststoffteile,
- lose Dekorationen,
- Räder und Verschlüsse,
- ablösbare Aufkleber,
- Magnete.
Ziehen Sie vorsichtig an befestigten Teilen. Wirkt eine Naht locker oder bewegt sich ein Element, wählen Sie ein anderes Produkt. Nach dem Kauf sollte diese Kontrolle regelmäßig wiederholt werden.
CE- und GS-Zeichen richtig einordnen
Das CE-Zeichen zeigt, dass der Hersteller erklärt, die geltenden Anforderungen der Europäischen Union einzuhalten. Es ist kein unabhängiges Prüfsiegel und keine Garantie dafür, dass ein Produkt unter jeder Nutzung sicher bleibt.
Das GS-Zeichen steht für „Geprüfte Sicherheit“ und beruht auf einer Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Es kann zusätzliche Orientierung geben. Trotzdem sollten Eltern auch ein GS-geprüftes Produkt auf Schäden, Kleinteile und eine passende Altersangabe kontrollieren.
Prüfzeichen von TÜV oder anderen Instituten haben je nach Produkt und Prüfprogramm unterschiedliche Aussagen. Entscheidend ist, was genau geprüft wurde.
Batterien und Knopfzellen sichern
Elektronisches Babyspielzeug braucht besondere Aufmerksamkeit. Verschluckte Knopfzellen können schwere Verletzungen verursachen. Das Batteriefach sollte deshalb:
- mit einer Schraube gesichert sein,
- sich nicht mit den Fingern öffnen lassen,
- einen unbeschädigten Verschluss besitzen,
- nach jedem Batteriewechsel vollständig geschlossen werden.
Überlassen Sie batteriebetriebenes Spielzeug nicht unbeaufsichtigt, wenn das Kind an das Batteriefach gelangen könnte. Bei gebrauchtem Spielzeug kontrollieren Sie zusätzlich auf Korrosion und beschädigte Kontakte.
Schnüre und Befestigungen vermeiden
Lange Bänder, Kordeln und Ketten gehören nicht an Kleidung, Kinderwagen oder Kinderbett. Spieluhren und Mobiles müssen so befestigt sein, dass das Baby sie nicht erreichen und herunterziehen kann.
Improvisierte Befestigungen sind besonders riskant. Verwenden Sie keine langen Bänder, um Beißringe oder Spielzeuge am Kind zu befestigen. Entfernen Sie ein Mobile, sobald das Baby danach greifen oder sich daran hochziehen kann.
Lautstärke begrenzen
Rasseln, Quietscher und elektronische Spielzeuge dürfen nicht direkt am Ohr verwendet werden. Meiden Sie Produkte, deren Geräusch für Erwachsene bereits unangenehm laut wirkt. Eine einfache Prüfung reicht: Halten Sie das Spielzeug mit deutlichem Abstand zum Ohr und testen Sie es nicht unmittelbar neben dem Kopf des Babys.
Reinigung und Pflege berücksichtigen
Babyspielzeug landet regelmäßig im Mund. Wählen Sie daher Produkte, die sich hygienisch reinigen lassen. Beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers und trocknen Sie gewaschene Stoffteile vollständig.
Nehmen Sie Spielzeug aus dem Gebrauch, wenn es:
- Risse bekommt,
- splittert,
- klebrig wird,
- unangenehm riecht,
- Teile verliert,
- Schimmelspuren zeigt,
- nicht mehr sicher schließt.
Was gehört nicht ins Babybett?
Der Schlafplatz eines Babys sollte frei von losem Spielzeug, Kuscheltieren, Kissen und anderen weichen Gegenständen bleiben. Solche Gegenstände können die Atemwege bedecken oder das Baby einklemmen.
Das gilt auch für:
- lose Spieluhren,
- Spielzeugkörbe,
- Anhänger,
- Mobiles in erreichbarer Nähe,
- Schnullerketten mit langen Bändern.
Ein Kuscheltier kann beim gemeinsamen Spielen dabei sein. Für den unbeaufsichtigten Schlaf gehört es nicht in das Babybett. Ein Mobile muss sicher befestigt und entfernt werden, sobald das Kind danach greifen kann.
Elektronisches Lernspielzeug und pädagogischer Nutzen
„Pädagogisch wertvoll“ ist kein einheitlicher Qualitätsnachweis. Sinnvoll ist ein Spielzeug dann, wenn sich konkret benennen lässt, welche Handlung es unterstützt. Ein Ball lädt zum Rollen ein, ein Beißring zum Kauen, ein Fühlbuch zum Tasten und ein Stapelbecher zum Ein- und Ausräumen.
Elektronische Produkte sind nicht grundsätzlich ungeeignet. Sie sollten jedoch einfache eigene Aktivitäten nicht verdrängen. Gemeinsames Singen, Vorlesen, Erzählen und Benennen von Gegenständen sind für Babys besonders wertvoll. Ein blinkendes Spielzeug ersetzt weder Sprache noch Blickkontakt.
Achten Sie bei elektronischem Spielzeug auf:
- moderate Lautstärke,
- ein gut gesichertes Batteriefach,
- wenige und nachvollziehbare Funktionen,
- keine kleinen ablösbaren Bedienelemente,
- eine altersgerechte Gestaltung.
Für Kinder unter zwei Jahren empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation keine Bildschirmzeit. Spielzeug mit Licht und Ton ist zwar kein Bildschirm, sollte aber ebenfalls nicht den gesamten Alltag bestimmen.
Babyspielzeug gebraucht kaufen
Gebrauchtes Spielzeug kann nachhaltig und preisgünstig sein. Kaufen Sie es jedoch nur, wenn Hersteller, Modell und Altersangabe nachvollziehbar sind.
Prüfen Sie vor der Übergabe:
- Produktname und Modellnummer auf Rückrufe.
- Nähte, Lack, Kanten und Verschlüsse.
- Batteriefach und Batterien.
- Rasseln und Beißringe auf Risse.
- Stoffteile auf Geruch, Schimmel und starke Verschmutzung.
- Vollständigkeit und sichere Befestigungen.
- Verständliche Warnhinweise.
Fehlt die Herstellerangabe oder lässt sich die Vorgeschichte des Produkts nicht nachvollziehen, ist Vorsicht angebracht. Das gilt besonders für Beißringe, Spielzeug mit Batterien und Produkte mit beweglichen Kleinteilen.
Rückrufe regelmäßig prüfen
Rückrufe betreffen auch Spielzeug. Eltern können den Produktnamen oder die Modellnummer in den Warnmeldungen der Europäischen Kommission, der deutschen Produktsicherheitsdatenbank sowie auf der Herstellerseite suchen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Produkte mit:
- Knopfzellen,
- Magneten,
- langen Zugbändern,
- ablösbaren Dekorationen,
- kleinen Rädern oder Verschlüssen.
Warnmeldungen aus anderen Ländern lassen sich nicht automatisch auf den deutschen Markt übertragen. Entscheidend sind Produkt, Modell und Vertriebsgebiet.
Die neue EU-Spielzeugverordnung ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft. Ihre vollständige Anwendung ist grundsätzlich ab dem 1. August 2030 vorgesehen. Bis dahin gelten Übergangsregelungen. Für den Alltag bleiben deshalb die sichtbare Verarbeitung, die Herstellerangaben, die CE-Kennzeichnung, die Altersfreigabe und aktuelle Rückrufinformationen die wichtigsten Orientierungspunkte.
Welche Geschenke eignen sich für Babys?
Für ein Neugeborenes
Eine leichte Rassel, ein kontrastreiches Stoffbuch, eine sichere Spieldecke oder ein waschbares Stoffspielzeug passen gut. Produkte für ältere Kinder sind als Geschenk für ein Neugeborenes meist zu früh.
Für ein Baby beim Zahnen
Wählen Sie einen stabilen Beißring ohne Schnüre, Anhänger oder lose Teile. Das Material sollte leicht zu reinigen sein, und die Form darf nicht tief in den Mund gelangen.
Zum ersten Geburtstag
Große Bausteine, Stapelbecher, einfache Steckspiele, Bilderbücher, Schiebespielzeug und weiche Bälle bieten viele Spielmöglichkeiten. Wenn jüngere Geschwister im Haushalt leben, sind kleine Teile besonders problematisch.
Für nachhaltige Haushalte
Langlebige, reparierbare und weitergebbare Produkte sind eine gute Wahl. Waschbare Stoffteile und Spielzeuge, die mehrere Entwicklungsphasen begleiten, vermeiden unnötige Neuanschaffungen. Ein langlebiges Kunststoffspielzeug kann dabei sinnvoller sein als ein schlecht verarbeitetes Holzprodukt, das schnell kaputtgeht.
Kurze Kauf-Checkliste
Vor dem Kauf sollten Eltern diese Fragen beantworten können:
- Passt die Altersangabe zum Entwicklungsstand des Babys?
- Sind alle Teile fest verbunden?
- Gibt es scharfe Kanten, Splitter oder Risse?
- Kann das Baby ein Teil abbeißen oder verschlucken?
- Sind Batterien und Knopfzellen sicher verschlossen?
- Enthält das Produkt lange Schnüre oder Bänder?
- Ist es nicht unangenehm laut?
- Lässt es sich reinigen?
- Sind Hersteller und Importeur erkennbar?
- Gibt es aktuelle Rückrufe?
- Ermöglicht das Spielzeug eine eigene Handlung?
Häufige Fragen zu Babyspielzeug
Welches Spielzeug braucht ein Baby wirklich?
Für den Anfang genügen wenige sichere Produkte: ein Greifling, eine Rassel, ein Beißring, ein weicher Ball, ein Fühlbuch und später Stapelbecher oder große Bausteine. Stimme, Gesicht und gemeinsames Spiel bleiben wichtiger als eine große Sammlung.
Ab wann sind Beißringe sinnvoll?
Sobald das Baby Gegenstände gezielt greifen und zum Mund führen kann, sind Beißringe eine geeignete Möglichkeit zum Kauen. Maßgeblich sind die Entwicklung des Kindes und die Altersangabe des Herstellers.
Ist Holzspielzeug besser als Kunststoff?
Keines der beiden Materialien ist pauschal besser. Holz darf nicht splittern oder abblättern, Kunststoff muss bruchsicher und geruchsarm sein. Die Verarbeitung und die altersgerechte Konstruktion entscheiden.
Was bedeutet das CE-Zeichen?
Das CE-Zeichen steht für die Erklärung des Herstellers, dass das Produkt die geltenden Anforderungen der Europäischen Union erfüllt. Es ist kein unabhängiges Prüfsiegel.
Darf ein Kuscheltier ins Babybett?
Für das gemeinsame Spielen ja, für den unbeaufsichtigten Schlaf sollte ein Kuscheltier nicht im Babybett liegen. Der Schlafplatz bleibt am sichersten frei von losen und weichen Gegenständen.
Wie laut darf Babyspielzeug sein?
Spielzeug sollte nie direkt neben dem Ohr verwendet werden. Meiden Sie Produkte, deren Geräusch für Erwachsene bereits unangenehm laut wirkt, und bevorzugen Sie moderate Klang- und Lautstärkeeinstellungen.
Welches Babyspielzeug eignet sich als Geschenk?
Sichere Klassiker sind Greiflinge, Stoffbücher, Beißringe, Stapelbecher, große Bausteine und weiche Bälle. Prüfen Sie vor dem Kauf die Altersangabe und fragen Sie bei Unsicherheit, was im Haushalt bereits vorhanden ist.
Worauf kommt es bei gebrauchtem Spielzeug an?
Kontrollieren Sie Modellnummer, Rückrufe, Vollständigkeit, Batteriefach, Nähte, Oberflächen und Geruch. Beißringe und Produkte mit Kleinteilen sollten nur übernommen werden, wenn ihr Zustand eindeutig sicher ist.
Fazit
Gutes Babyspielzeug ist leicht, stabil, altersgerecht und einfach genug, damit das Kind selbst aktiv werden kann. Eltern müssen weder besonders teure Produkte noch möglichst viele Funktionen kaufen. Eine kleine Auswahl aus Greiflingen, Beißringen, Fühlbüchern, Bällen, Stapelbechern und großen Bausteinen deckt die wichtigsten Spielbedürfnisse des ersten Lebensjahres ab.
Vor jeder Kaufentscheidung stehen die Sicherheitsprüfung und die passende Nutzungssituation: keine verschluckbaren Kleinteile, keine langen Schnüre, keine zugänglichen Knopfzellen, keine scharfen Kanten und kein loses Spielzeug im Babybett. Interaktion, Bewegung und gemeinsame Entdeckung machen aus einem einfachen Gegenstand ein sinnvolles Spielangebot.