Babyspielzeug

Kaputtes oder schmutziges Babyspielzeug: Was tun?

Babys erkunden Spielzeug mit dem Mund, mit den Händen und oft mit dem ganzen Körper. Prüfen Sie deshalb bei schmutzigem oder beschädigtem Spielzeug zuerst die Sicherheit, dann die Reinigung. Dafür gibt es fünf Wege: Sie verwenden das Spielzeug weiter, reinigen es, ziehen es aus dem Verkehr, reklamieren es oder entsorgen es.

Beschädigung zuerst prüfen

Legen Sie ein sichtbar beschädigtes Spielzeug sofort außer Reichweite des Babys. Bei Plüschtieren sind aufgerissene Nähte, herausquellende Füllung oder ablösbare Augen und Knöpfe problematisch. Bei Holz- oder Hartplastikspielzeug achten Sie auf Bruchstellen, scharfe Kanten, abblätternde Farbe und gelockerte Teile. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, regelmäßig auf Bruchstellen und andere Gebrauchsschäden zu prüfen. Lässt sich ein defektes Spielzeug nicht reparieren, sollten Sie es entsorgen.

Kleben oder nähen Sie ein loses oder abgebrochenes Teil nicht einfach wieder an, ohne zu prüfen, ob es danach stabil genug sitzt. Bei sicherheitsrelevanten Schäden vertrauen Sie nicht auf provisorische Reparaturen. Fragen Sie beim Hersteller oder Händler nach, ob und wie sich das Spielzeug fachgerecht reparieren lässt.

Materialgerecht reinigen

Sauber heißt nicht automatisch desinfiziert. Reinigen entfernt Schmutz und die meisten Keime. Desinfizieren ist ein zusätzlicher Schritt für bestimmte Situationen. Die richtige Methode hängt vom Material ab:

  • Kunststoff: Wenn die Herstellerhinweise es zulassen, mit Wasser und einem geeigneten Reinigungsmittel säubern und danach gründlich trocknen.
  • Holz: Mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und sorgfältig trocknen. Zu viel Wasser schädigt das Material.
  • Stoff und Plüsch: Nach dem Pflegeetikett waschen und anschließend vollständig trocknen, sonst kann sich Schimmel bilden.
  • Elektronisches Spielzeug: Nicht ins Wasser legen, sofern das nicht ausdrücklich vorgesehen ist. Maßgeblich sind die Herstellerangaben.

Geben Sie nicht alle Spielsachen pauschal in Spülmaschine oder Waschmaschine. Das kann Holz, Elektronik, Oberflächen oder Füllmaterial beschädigen. Prüfen Sie Material und Herstellerhinweise, statt eine Einheitsmethode anzuwenden.

Wann Desinfizieren sinnvoll ist

Im normalen Familienalltag ist Desinfizieren meist nicht nötig. Die US-Gesundheitsbehörde CDC beschreibt Desinfektionsverfahren für Betreuungseinrichtungen, nicht für den privaten Haushalt. Sie weist darauf hin, dass gründliches Reinigen tägliche Desinfektion überflüssig machen kann und dass Desinfektionsmittel passend zur Oberfläche und nach Produktetikett eingesetzt werden müssen.

Verwenden Sie ein Desinfektionsmittel nicht einfach auf Verdacht auf einem Gegenstand, den das Baby in den Mund nimmt. Nach Krankheit, starker Verschmutzung oder gemeinsamem Gebrauch lohnt sich besondere Aufmerksamkeit. Sichtbaren Schmutz entfernen Sie zeitnah. Eine starre Reinigungsfrequenz gibt es für den Haushalt nicht. Empfehlungen reichen von wöchentlicher Reinigung bis zu einer Grundreinigung alle drei bis vier Wochen, je nach Quelle und Kontext.

Badespielzeug mit Wasser im Inneren

Badespielzeug braucht besondere Aufmerksamkeit, weil sich Wasser im Inneren sammeln kann. Die polnische Gesundheitsinspektion empfiehlt, überschüssiges Wasser nach dem Baden auszudrücken und das Spielzeug zu trocknen. Bei einem Badespielzeug mit eingeschlossenem Wasser, sichtbarem Schimmel oder dauerhaft muffigem Geruch hilft es nicht, nur außen abzuwischen. Stoppen Sie die Nutzung und prüfen Sie den Zustand. Bei anhaltender Verunreinigung geben Sie das Spielzeug nicht weiter.

Schadstoffverdacht richtig einordnen

Ein ungewöhnlicher Geruch, sichtbare Verarbeitungsfehler oder abfärbende beziehungsweise ablösende Oberflächen sind Warnsignale. Eine Schadstoffbelastung lässt sich ohne chemische Analyse aber nicht feststellen, sagt die Verbraucherzentrale. Aus einer schnellen Wäsche oder einem fehlenden Geruch lässt sich nicht ableiten, dass ein Spielzeug sicher ist. Bei konkretem Verdacht beenden Sie die Nutzung und kontaktieren den Händler oder die zuständige Lebensmittelüberwachung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Stoffe aus Spielzeug besonders beim In-den-Mund-Nehmen freigesetzt werden können. Das bloße Vorkommen eines Stoffes bedeutet aber nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko.

Elektrospielzeug gehört nicht in den Restmüll

Mechanisches Spielzeug wie eine Aufziehfigur können Sie in den Restmüll geben. Elektrische oder elektronische Spielzeuge gehören in die Elektroaltgeräte-Sammlung. Entnehmbare Batterien und Akkus dürfen nicht in den Hausmüll. Sie müssen getrennt gesammelt werden. Für konkrete Fälle prüfen Sie die kommunalen Entsorgungshinweise. Entsorgen Sie ein kaputtes Spielzeug mit Elektronik oder Batterie nicht einfach mit dem übrigen Spielzeugabfall.

Wann Sie den Notruf wählen müssen

Wenn ein Kind ein Teil verschluckt hat und Atemnot oder Erstickungsverdacht besteht, rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Verschluckte Knopfbatterien und Magnete gelten als Notfall und erfordern sofortige medizinische Hilfe. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Kind etwas verschluckt hat, ist der Giftnotruf eine gute Anlaufstelle.