Spielzeug nach Alter auswählen: Eine schnelle Orientierung
Die Altersangabe auf Spielzeugverpackungen zeigt, für welche Entwicklungsstufe das Spielzeug gedacht ist und ob es sicher ist. Sie ist aber nur ein erster Anhaltspunkt. Passen Sie das Spielzeug an den tatsächlichen Entwicklungsstand Ihres Kindes an, denn gleichaltrige Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich.
Die Altersangabe ist nur ein Anhaltspunkt
Die Alterskennzeichnung auf Spielzeug richtet sich nach der EU-Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG. Sie legt fest, welche Sicherheitsanforderungen Spielzeug erfüllen muss, das in der EU hergestellt oder verkauft wird. Die Angabe wie "ab einem bestimmten Alter" heißt nicht, dass ein Kind mit genau diesem Alter automatisch Freude daran hat. Sie bedeutet, dass das Spielzeug für diese Altersgruppe keine Gefahr darstellt und den typischen Fähigkeiten dieser Stufe entspricht.
Ein Spielzeug, das nur Kleinkinder interessiert, aber die Geschicklichkeit älterer Kinder verlangt, ist unbrauchbar und enttäuscht. Beobachten Sie Ihr Kind beim Spielen. Wenn es ein Spielzeug ignoriert oder frustriert damit umgeht, ist es nicht passend, egal was auf der Verpackung steht. Umgekehrt kann ein Kind mit besonderen Interessen oder Fähigkeiten auch mit Spielzeug spielen, das für eine andere Altersgruppe gedacht ist, solange die Sicherheit gewährleistet ist.
CE-Kennzeichnung und Prüfzeichen
Die CE-Kennzeichnung ist für jedes Spielzeug in der EU Pflicht. Sie bestätigt, dass der Hersteller die gesetzlichen Anforderungen der Spielzeugrichtlinie einhält. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das CE-Zeichen gut sichtbar auf dem Produkt oder der Verpackung angebracht ist. Fehlt es, sollten Sie das Spielzeug nicht kaufen.
Zusätzlich gibt es freiwillige Prüfzeichen wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Diese Zeichen zeigen, dass unabhängige Prüfstellen das Spielzeug getestet haben. Sie sind ein zusätzlicher Hinweis auf Qualität, ersetzen aber nicht die CE-Kennzeichnung. Meldungen über unsicheres Spielzeug verunsichern viele Eltern. Gerade günstige Importe fallen dabei häufig negativ auf. Prüfen Sie daher bei unbekannten Herstellern besonders genau, ob die Kennzeichnung vollständig ist.
Alltagsgegenstände als Spielzeug
Im Kleinkindalter sind Alltags- und Haushaltsgegenstände oft interessanter als gekauftes Spielzeug. Schachteln, Becher, Töpfe, Rührlöffel, Schneebesen, Baumwolltücher, ein großer Karton, eine Fahrradklingel oder ein Kurzzeitwecker bieten reichlich Entdeckungsmöglichkeiten. Diese Gegenstände fördern die Neugier und die Feinmotorik, ohne dass Sie dafür Geld ausgeben müssen.
Achten Sie bei solchen Gegenständen auf Sicherheit: Kleine Teile, die verschluckt werden können, scharfe Kanten und zerbrechliche Materialien haben in Kinderhänden nichts zu suchen. Ein großer Karton wird zum Haus, zum Auto oder zur Höhle und wächst mit der Fantasie des Kindes mit. Solche einfachen Materialien sind oft wertvoller als ein Spielzeug, das nur eine einzige Funktion hat.
So finden Sie das passende Spielzeug
Orientieren Sie sich an den Interessen und am Entwicklungsstand Ihres Kindes, nicht nur am Alter. Fragen Sie sich: Was beschäftigt mein Kind gerade? Greift es nach Gegenständen, stapelt es Becher, oder ist es eher an Bewegung interessiert? Wählen Sie Spielzeug, das diese aktuellen Interessen aufgreift und leicht fordert, aber nicht überfordert.
Für ältere Kinder werden Spielzeuge interessant, die Regeln, Rollenspiele und feinere motorische Fähigkeiten einbeziehen. Baukästen, einfache Brettspiele und Materialien zum Gestalten fördern Kreativität und Ausdauer. Auch hier gilt: Beobachten Sie, womit Ihr Kind gerne spielt, und kaufen Sie gezielt dazu, statt wahllos viele Spielzeuge anzuhäufen. Weniger, aber passenderes Spielzeug kommt bei Kindern meist besser an als eine große Auswahl, die überfordert.