In den ersten zwölf Monaten erkunden Babys ihre Welt mit allen Sinnen: Sie schauen, lauschen, greifen, tasten und stecken fast alles in den Mund. Eltern fragen sich, welches Spielzeug ihr Baby braucht und worauf sie beim Kauf achten müssen.
Eine lange Einkaufsliste brauchen Sie nicht: In den ersten Wochen sind Ihr Gesicht, Ihre Stimme und Körperkontakt oft spannender als jedes gekaufte Produkt. Sinnvolles Spielzeug unterstützt Ihr Baby bei dem, was es gerade entdecken möchte, und ist sicher verarbeitet. Altersangaben auf Verpackungen sind nur eine grobe Orientierung, denn Babys entwickeln sich unterschiedlich schnell.
Die ersten Wochen: Gesicht und Stimme genügen
Ein Neugeborenes liegt viel, schläft viel und ist nur kurz wach. In diesen Wachphasen reicht es, wenn Sie Blickkontakt aufnehmen, ruhig mit Ihrem Baby sprechen oder ein Lied summen. Auch ein gut sichtbarer Gegenstand, den Sie langsam von einer Seite zur anderen bewegen, kann die Aufmerksamkeit kurz binden. In dieser Phase brauchen Sie kein spezielles Spielzeug.
Achten Sie darauf, Ihr Baby nicht zu überstimulieren. Wenn es wegsieht, unruhig wird oder die Augen schließt, braucht es eine Pause. Hängen Sie Gegenstände außerhalb der Reichweite auf und befestigen Sie sie nie mit Kordeln oder Ketten über Bett oder Kinderwagen. Im Schlafbereich gehört grundsätzlich kein Spielzeug hin.
Wenn das Greifen beginnt: Rasseln und Greifringe
Ab etwa dem dritten oder vierten Monat versucht Ihr Baby gezielt, nach Dingen zu greifen. Eine leichte Rassel oder ein Greifring aus stabilem Material sind dann gute Begleiter. Das Baby hält den Gegenstand, schüttelt ihn und erlebt: Meine Bewegung erzeugt ein Geräusch. So lernt es, dass seine Bewegung etwas auslöst. Mehr müssen Sie daraus nicht machen.
Legen Sie das Spielzeug auf eine Decke und warten Sie ab, ob Ihr Baby danach greift. Sie können die Rassel auch selbst kurz schütteln und dann anbieten. Beobachten Sie, was Ihr Kind interessiert, und machen Sie Pausen, wenn es genug hat. Prüfen Sie Greif- und Beißringe regelmäßig auf Risse, lose Teile oder scharfe Kanten. Kleinteile, die sich lösen könnten, haben in Babys Händen nichts verloren, weil sie alles in den Mund nehmen.
Im zweiten Halbjahr: Bewegung und Verstecken
Sobald Ihr Baby sitzt, robbt oder krabbelt, verändert sich das Spiel. Ein sicherer Gegenstand, der etwas entfernt auf dem Boden liegt, lädt zum Hinrobben ein. Sie können ein Spielzeug auch kurz unter einem umgedrehten Behälter verstecken und wieder hervorholen. Das weckt die Neugier, und ein bestimmtes Produkt ist dafür nicht nötig.
Auch Haushaltsgegenstände wie eine stabile Schachtel oder ein Holzlöffel eignen sich zum Spielen. Dass sie keine gekauften Spielsachen sind, macht sie aber nicht automatisch babygerecht. Prüfen Sie Kanten, ablösbare Teile, Größe und Material, bevor Sie sie Ihrem Baby geben. Ein Gegenstand, der komplett in den Mund passt, ist zu klein und eine Verschluckungsgefahr.
Richtung erster Geburtstag: Gemeinsame Spiele
Ab etwa dem zehnten Monat freuen sich viele Babys über gemeinsame Spiele wie Klatschen, Winken oder einfache Ballspiele. Rollen Sie einem sitzenden Baby einen ausreichend großen Ball langsam zu und schauen Sie, ob es zurückschiebt. Auch „Guck-guck“-Spiele, bei denen Sie sich kurz hinter einem Möbelstück verstecken und wieder auftauchen, sind in diesem Alter beliebt.
Wichtig ist, dass Sie das Tempo Ihres Kindes bestimmen lassen. Nicht jedes Baby krabbelt oder sitzt im selben Monat, und das ist völlig normal. Schütteln oder heftiges Bewegen sollten Sie auch im Spiel vermeiden. Wenn Ihr Baby schon mobil ist, lassen Sie es einem Spielzeug auf sicherer Fläche folgen, aber räumen Sie Hindernisse und Gefahrenquellen vorher weg.
Sicherheit: Worauf Sie beim Kauf achten
Für Babys gilt: Spielzeug muss unzerbrechlich, nicht abfärbend, leicht zu reinigen und frei von scharfen Kanten sein. Verschluckbare Kleinteile dürfen sich nicht lösen. Bei Kuscheltieren prüfen Sie, ob Knopfaugen, Knöpfe oder Perlen fest vernäht sind und ob lose Nähte oder Fasern vorhanden sind. Das CE-Zeichen ist eine Herstellererklärung und kein unabhängiges Prüfzeichen. Fehlt das CE-Zeichen, sollten Sie vorsichtig sein. Ein GS-Zeichen weist auf eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle hin, ersetzt aber nicht Ihre eigene Kontrolle.
Meiden Sie Spielzeug mit Knopfzellen oder starken Magneten, denn beides ist für Babys gefährlich, wenn sie es verschlucken. Geräuschspielzeug kann zu laut sein; halten Sie es nicht direkt ans Ohr Ihres Kindes und prüfen Sie die Lautstärke selbst. Bei Online-Käufen prüfen Sie Anbieter und Produktinformationen genau, denn Produktbilder zeigen die Qualität nur begrenzt. Besonders bei Händlern außerhalb der EU sind rechtliche Ansprüche schwerer durchzusetzen.
Weniger Spielzeug, mehr Interaktion
Sie müssen keine bestimmte Anzahl an Spielsachen kaufen, damit sich Ihr Baby gut entwickelt. Kinderärzte und Elterninformationen empfehlen, dass echte Interaktion wichtiger ist als jedes Produkt. Einzelne Spielzeuge beschleunigen keine Entwicklungsschritte, und kein bestimmtes Produkt ist nötig, damit ein Kind den nächsten Meilenstein erreicht. Wählen Sie wenige, sichere und vielseitig nutzbare Gegenstände aus und wechseln Sie sie gelegentlich, statt Ihr Baby mit vielen Reizen zu überladen.