Motorik spielerisch fördern: Schritt für Schritt zum passenden Spielzeug
Motorikspielzeug hilft Kindern, Bewegungen zu üben und zu verfeinern, die sie für Alltag und Schule brauchen. Es trainiert entweder die Feinmotorik, also präzise Hand- und Fingerbewegungen, oder die Grobmotorik, also große Bewegungen wie Klettern, Balancieren und Werfen.
Im Handel gibt es viel Auswahl, aber nicht jedes Spielzeug, das als fördernd beworben wird, passt zum Entwicklungsstand Ihres Kindes. In fünf Schritten finden Sie ein Spielzeug, das Ihr Kind fordert, ohne es zu über- oder unterfordern.
Entwicklungsstand statt Alter als Maßstab
Das Alter auf der Verpackung gibt einen ersten Hinweis, ist aber nicht zuverlässig. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Zwei gleichaltrige Kinder können beim Greifen, Drehen und Zusammenbauen sehr verschieden weit sein. Wichtig ist, was Ihr Kind gerade kann und was es als Nächstes lernen möchte.
Beobachten Sie Ihr Kind beim freien Spiel: Dreht es Gegenstände gezielt in der Hand? Nutzt es beide Hände gleichzeitig für verschiedene Aufgaben? Nimmt es kleine Teile mit Daumen und Zeigefinger auf? Diese Beobachtungen sagen mehr als die Altersangabe auf der Schachtel. Ein Spielzeug, das knapp über dem aktuellen Können liegt, motiviert zum Üben. Liegt es deutlich darunter, langweilt es schnell. Liegt es weit darüber, frustriert es.
Ein Beispiel aus der Therapie: Die Ergotherapeuten von Eyas Landing empfehlen für Kleinkinder die Tomy Toomies Hide and Squeak Eggs. Dabei ziehen Kinder die Eier auseinander und setzen sie wieder zusammen. Das Spielzeug ist bewusst einfach, damit Kinder die feinmotorischen Bewegungen wiederholen können, ohne abgelenkt zu werden. Solche Spielzeuge eignen sich besonders für Kinder, die in der Therapie üben und das zu Hause vertiefen sollen.
Die passende Bewegungsart bestimmen
Bevor Sie ein Spielzeug kaufen, klären Sie, welche Bewegungsart Sie fördern möchten. Feinmotorische Spielzeuge trainieren die kleinen Muskeln in Händen und Fingern. Diese braucht Ihr Kind später beim Schreiben, Knöpfen und Besteckhalten. Dazu gehören Steckpuzzle, Perlen zum Auffädeln, Bauklötze und Spielzeuge, bei denen Kinder Teile auseinanderziehen und zusammenstecken.
Grobmotorische Spielzeuge trainieren dagegen die großen Muskelgruppen in Armen, Beinen und Rumpf. Dazu gehören Kletterdreiecke, Balancierbalken, Bälle zum Werfen und Fangen oder Pedal-Tretfahrzeuge. Diese Spielzeuge trainieren Gleichgewicht, Körperspannung und die Koordination beider Körperhälften.
Die Entscheidung hängt davon ab, was Ihr Kind im Alltag gerade übt. Ein Kind, das viel sitzt und wenig klettert, profitiert eher von grobmotorischem Spielzeug. Ein Kind, das ständig in Bewegung ist, aber beim Malen oder Basteln schnell aufgibt, braucht eher feinmotorische Anreize. Viele gute Spielzeuge verbinden beides, etwa ein Steckspiel, bei dem das Kind aufsteht und die Teile in ein Loch wirft.
Sicherheit und Materialien prüfen
Bei jedem Spielzeug hat die Sicherheit Vorrang. Achten Sie auf die CE-Kennzeichnung, die in der EU Pflicht ist, und möglichst auf das GS-Siegel für geprüfte Sicherheit. Die europäische Spielzeugsicherheitsrichtlinie legt Grenzwerte für Schadstoffe, Kleinteile und Kanten fest. Spielzeug, das diese Norm erfüllt, trägt die Kennzeichnung auf der Verpackung oder im Produkt.
Prüfen Sie außerdem, ob das Spielzeug zum Alter Ihres Kindes passt. Kleinteile, die Kinder in den Mund nehmen können, sind für Kinder unter drei Jahren tabu, weil Erstickungsgefahr besteht. Auch Magnete, Knopfbatterien und lange Schnüre sind Risiken, die Sie vor dem Kauf ausschließen sollten. Bei Holzspielzeug achten Sie auf versiegelte Oberflächen ohne splitternde Kanten, bei Kunststoff auf BPA-freie Materialien.
Prüfen Sie auch die Verarbeitung. Drehen Sie das Spielzeug in der Hand, ziehen Sie an den Teilen und prüfen Sie, ob sich etwas löst. Spielzeug, das bei normaler Nutzung auseinanderfällt, ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern frustriert auch, weil Teile verloren gehen. Die Hide and Squeak Eggs von Tomy bestehen aus robustem Kunststoff und halten häufiges Öffnen und Schließen aus. Sie eignen sich daher für den täglichen Gebrauch.
Das Spielzeug im Alltag testen
Den besten Test machen Sie zu Hause, nicht im Geschäft. Kaufen Sie nicht mehrere Spielzeuge auf einmal. Beginnen Sie mit einem einzigen und beobachten Sie, wie Ihr Kind reagiert. Nimmt es das Spielzeug von sich aus in die Hand? Macht es die Bewegungen nach, die das Spielzeug nahelegt? Oder legt es es nach kurzer Zeit beiseite?
Eine bewährte Methode ist das Vormachen: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie das Spielzeug funktioniert, und lassen Sie es dann selbst ausprobieren. Kinder lernen durch Nachahmung. Ein Elternteil, das die Bewegungen vormacht, hilft mehr als eine Anleitung auf der Verpackung. Wenn Ihr Kind das Spielzeug nach einigen Tagen nicht mehr anrührt, war es entweder zu leicht oder zu schwer. Dann lohnt es sich, ein anderes Spielzeug mit anderem Schwierigkeitsgrad zu probieren.
Achten Sie auch darauf, wie viel Frustration Ihr Kind aushält. Ein Spielzeug, das Ihr Kind immer wieder versucht und bei dem es auch mal scheitert, ist wertvoller als eines, das sofort gelingt. Die Therapeuten von Eyas Landing betonen: Das wiederholte Üben feinmotorischer Bewegungen ist der Kern des Lernens. Ein Spielzeug, das diese Wiederholung ermöglicht, ohne langweilig zu werden, erfüllt seinen Zweck am besten.
Online-Kauf: Worauf Sie beim Bestellen achten
Beim Online-Kauf können Sie das Spielzeug nicht in die Hand nehmen. Gleichen Sie das deshalb über mehrere Wege ab. Lesen Sie die Produktbeschreibung genau und achten Sie auf Angaben zu Material, Maßen und Altersempfehlung. Suchen Sie nach Fotos, die das Spielzeug aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen, und nach Bewertungen von Eltern, deren Kinder ähnlich alt sind wie Ihres.
Achten Sie bei Bewertungen auf konkrete Hinweise zur Verarbeitung und zur tatsächlichen Größe. Oft unterscheidet sich das Bild erheblich vom echten Produkt. Eine konkrete Maßangabe sagt mehr als ein Foto, auf dem das Spielzeug größer wirkt, als es ist. Prüfen Sie außerdem die Rückgabebedingungen des Shops. Die gesetzliche Widerrufsfrist gilt auch für Spielzeug, aber einige Händler bieten längere Fristen an.
Achten Sie auch auf die Lieferzeit. Wenn Sie ein Spielzeug zum Geburtstag oder zu Weihnachten bestellen, planen Sie Zeit ein, falls die Lieferung länger dauert oder das Produkt nicht gefällt. Bei Online-Käufen lohnt es sich, die Originalverpackung aufzubewahren, falls Sie das Spielzeug zurückschicken möchten.