Ein Kratzer am Holzspielzeug ist meist ein Schönheitsfehler. Splitter, tiefe Risse, lose Teile und abblätternde Farbe können Kinder verletzen oder Teile freisetzen, die Kinder verschlucken können. Nehmen Sie beschädigtes Spielzeug zunächst aus dem Gebrauch und prüfen Sie, ob sich das konkrete Produkt sinnvoll reparieren lässt.
Zur Pflege genügt meist ein leicht feuchtes Tuch. Weichen Sie Holzspielzeug nicht ein und reinigen Sie es nicht in der Spülmaschine: Feuchtigkeit beschädigt Holz und Beschichtung. Lassen Sie das Spielzeug nach dem Reinigen rasch trocknen.
Kratzer, Splitter und Risse beurteilen
Ein oberflächlicher Kratzer ist etwas anderes als eine raue Stelle mit Splittern. Fahren Sie mit den Fingern vorsichtig über die beschädigte Fläche, ohne dabei lose Teile abzureißen. Fühlt sich das Holz scharf oder ausgefranst an, lassen Sie das Kind vorerst nicht damit spielen.
Für kleine raue Stellen empfiehlt goki, seine Holzspielzeuge vorsichtig in Richtung der Holzmaserung zu schleifen. Anschließend nennt er kindersicheres Öl oder Wachs als mögliche Behandlung. Das ist eine produktspezifische Herstellerangabe und keine allgemeine Freigabe für beliebige Spielzeuge oder Pflegemittel. Beachten Sie deshalb die Hinweise des Herstellers und verwenden Sie keine Beschichtung, die nicht ausdrücklich für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist.
Prüfen Sie Risse und abgebrochene Teile besonders genau. goki beschreibt für bestimmte Produkte das Verleimen und Fixieren der Bruchstelle als Reparaturmöglichkeit. Der Klebstoff stellt die ursprüngliche Belastbarkeit nicht automatisch wieder her. Bei stark beanspruchten Verbindungen, tiefen Rissen oder abgebrochenen Kleinteilen sollten Sie das Spielzeug nicht weitergeben, bis der Hersteller die Reparatur beurteilt hat.
Wann Sie nicht selbst reparieren sollten
Bei Spielzeug für Babys und Kleinkinder stellen lose oder verschluckbare Teile ein besonderes Risiko dar. Das gilt auch für eine Verbindung, die beim Ziehen oder Drehen nachgibt. Nehmen Sie das Spielzeug außer Reichweite und wenden Sie sich an den Hersteller, wenn Sie nicht sicher beurteilen können, ob die Reparatur hält.
Vorsicht ist auch bei abblätternder Farbe oder beschädigtem Lack nötig. Beim Schleifen und Neubeschichten belegt die Aufschrift „ungiftig“ allein nicht, dass eine beliebige Farbe oder ein Lack für Kinderspielzeug geeignet ist. Sie können zu Hause nicht zuverlässig feststellen, ob eine frisch behandelte Stelle sicher ist. Fragen Sie den Hersteller nach einer geeigneten Reparatur oder ersetzen Sie das Spielzeug, wenn die Beschichtung großflächig beschädigt ist.
Nach der Reparatur muss die Oberfläche glatt und frei von Splittern sein. Prüfen Sie auch, ob sich Teile bewegen, wackeln oder lösen, und lassen Sie das Kind bei Zweifeln nicht damit spielen. Bei Babyspielzeug kann die Bruchstelle Schäden haben, die Sie bei einer Sichtprüfung nicht erkennen.
Holzspielzeug schonend reinigen
Wischen Sie das Spielzeug mit einem leicht feuchten Tuch ab und trocknen Sie es anschließend gründlich. HABA empfiehlt für seine Produkte wenig warmes Wasser und bei Bedarf mildes Spülmittel. Prüfen Sie vorab die Pflegehinweise des Herstellers, denn Lacke und andere Oberflächen reagieren unterschiedlich.
Weichen Sie das Spielzeug nicht lange ein und geben Sie es nicht in die Spülmaschine. Verwenden Sie außerdem keine aggressiven Reiniger. Alkohol- oder bleichmittelhaltige Desinfektionsmittel können die Schutzbeschichtung angreifen. Ein älterer HABA-Beitrag erwähnte verdünnten Essig. In der aktuelleren Pflegeempfehlung nennt der Hersteller warmes Wasser und mildes Spülmittel. Verwenden Sie Essig daher nicht als allgemeines Reinigungs- oder Desinfektionsmittel für jedes Holzspielzeug.
Lassen Sie feuchtes Spielzeug vollständig trocknen und lagern Sie es trocken. Dauerhafte Feuchtigkeit kann das Holz beeinträchtigen und Schimmel begünstigen. Sonnenlicht kann bei manchen Produkten die Farbe verändern; richten Sie sich bei konkreten Pflegefragen nach den Produkthinweisen.
Schadstoffe bei Holzspielzeug einschätzen
Holz als Material garantiert weder Schadstofffreiheit noch Sicherheit. Auch die Beschichtung, die Verarbeitung und lösbare Kleinteile spielen eine Rolle. Die Verbraucherzentralen empfehlen bei behandelten Holzoberflächen, auf die Spielzeugnorm DIN EN 71-3 zu achten. Bei Tests von Sperrholzpuzzles wurde teils Formaldehyd freigesetzt. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jedes Sperrholzspielzeug betroffen ist. Die Materialbezeichnung allein reicht für die Kaufentscheidung nicht aus.
Ein auffälliger, beißender Geruch oder abfärbende Farbe sind Warnzeichen. Sie ersetzen keinen Schadstofftest: Manche Schadstoffe sind geruchlos. Prüfen Sie außerdem die Altersangabe und die Verarbeitung. Für Babys und Kleinkinder ist besonders wichtig, dass sich keine kleinen Teile lösen können.
Das CE-Zeichen zeigt, dass der Hersteller die Einhaltung der einschlägigen EU-Anforderungen erklärt. Es ist kein unabhängiges Prüfzeichen. Das freiwillige GS-Zeichen steht für geprüfte Sicherheit; achten Sie dabei auf die Prüfstelle und die Prüfnummer.
Reparierbarkeit beim Kauf prüfen
Wenn Sie online kaufen, können Sie Oberfläche, Geruch und Verarbeitung vor der Bestellung nicht selbst prüfen. Suchen Sie nach klaren Angaben zu Holzart, Beschichtung und Altersfreigabe. Bei lackiertem oder anderweitig behandeltem Spielzeug sollte der Hersteller klar angeben, welche Beschichtung verwendet wurde.
Auch die Bauweise zählt für spätere Reparaturen. Eine Kontaktmöglichkeit zum Hersteller, klare Pflegehinweise und verfügbare Ersatzteile erleichtern Reparaturen. Fragen Sie vor dem Kauf nach, ob der Hersteller Ersatzteile anbietet und wie Sie bei Rissen oder beschädigter Farbe vorgehen sollen. Eine einfache Form oder massives Holz allein belegt noch nicht, dass ein Spielzeug sicherer oder leichter zu reparieren ist.