Kaufen & Sicherheit

In fünf Schritten zum passenden Kinderspielzeug

Achten Sie bei der Auswahl von Kinderspielzeug auf die Interessen und Fähigkeiten Ihres Kindes, die Sicherheit, den Preis und den Platz zu Hause. Die Altersangabe auf der Verpackung dient zur Orientierung. Achten Sie auch darauf, womit sich Ihr Kind gern beschäftigt, und lesen Sie die Warnhinweise zum Produkt.

Gehen Sie beim Onlinekauf in fünf Schritten vor: Beobachten Sie Ihr Kind, prüfen Sie Altersempfehlung und Sicherheit, bewerten Sie Verkäufer und Angebot und kontrollieren Sie das Spielzeug nach der Lieferung.

1. Beobachten Sie Ihr Kind

Wählen Sie Spielzeug nach dem aus, was Ihr Kind gerade gern tut. Baut es Türme, erfindet es Rollenspiele oder probiert es gern aus, wie Dinge zusammenpassen? Ein passendes Spielzeug lässt Ihr Kind eigene Ideen umsetzen und Fähigkeiten üben. Die Regeln und Handgriffe sollten es dabei nicht überfordern.

Die Altersangabe des Herstellers gibt eine grobe Orientierung. Sie sagt nicht genau voraus, was jedes Kind schon kann. Achten Sie zusätzlich darauf, ob Ihr Kind die Spielregeln versteht und die Teile handhaben kann. Lassen Sie sich auch nicht von Werbung leiten, die Spielzeug für Mädchen oder Jungen empfiehlt. Jedes Kind hat eigene Interessen und kann alle Arten von Spielzeug nutzen.

2. Prüfen Sie Alter und Warnungen

Lesen Sie vor dem Kauf die Altersempfehlung und sämtliche Sicherheitshinweise; die Altersempfehlung gibt eine grobe Orientierung dazu, ob das Spielzeug zu den Fähigkeiten Ihres Kindes passt. Eine Warnung, dass es für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet ist, betrifft dagegen die Sicherheit. Legen Sie sie nicht beiseite, weil Ihr Kind besonders geschickt wirkt.

Achten Sie bei Spielzeug für Babys und Kleinkinder besonders darauf, dass sich keine kleinen Teile lösen können. Auch scharfe Kanten und mögliche elektrische oder mechanische Gefahren gehören zu den Risiken, die Hersteller berücksichtigen müssen. Zu Hause können Sie durch Anschauen nicht feststellen, ob ein Spielzeug gesundheitsschädliche Stoffe enthält.

3. Prüfen Sie Verkäufer und Angebot

Auf einem Online-Marktplatz verkauft nicht zwangsläufig die Plattform selbst das Spielzeug. Suchen Sie auf der Angebotsseite nach Angaben wie „Verkauf durch“ und öffnen Sie die Verkäuferinformationen. Achten Sie auf eine Anschrift sowie klare Angaben zu Hersteller oder Importeur, zum Produkt und zu den Warnhinweisen. Wenn der Händler in der EU sitzt, ist es im Problemfall oft einfacher, Ihre Ansprüche geltend zu machen als bei einem Anbieter außerhalb der EU.

Testberichte können zusätzliche Warnsignale liefern, gelten aber nur für die untersuchten Produkte. Stiftung Warentest prüfte 2025 unter anderem 54 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren von Drittanbietern auf Temu und Shein. Bei einzelnen Produkten fand der Test lösbare Kleinteile, zu laute Quietschbälle und erhöhte Formaldehydwerte in zwei Tüchern. Diese Ergebnisse gelten für die geprüften Artikel. Sie sagen nichts über jedes Angebot auf diesen Plattformen oder über Online-Spielzeug insgesamt aus.

4. Prüfen Sie Siegel und Spielwert

Für Spielzeug auf dem EU-Markt ist das CE-Zeichen vorgeschrieben; damit erklärt der Hersteller, dass das Spielzeug die geltenden Anforderungen einhält. Das Zeichen belegt nicht, dass eine unabhängige Stelle jedes Produkt geprüft hat. Das GS-Zeichen beruht dagegen auf einer Prüfung durch eine zugelassene Stelle. Prüfen Sie, ob die Prüfstelle und die Prüfnummer nachvollziehbar sind.

Siegel bewerten unterschiedliche Dinge. Das Zeichen „spiel gut“ berücksichtigt vor allem Spielwert und pädagogische Kriterien; es ist kein allgemeiner Nachweis für Sicherheit oder Schadstofffreiheit. Prüfen Sie auch Material und Verarbeitung. Überlegen Sie, auf wie viele Arten Ihr Kind mit dem Spielzeug spielen kann. Bausteine können etwa für unterschiedliche Bauideen dienen. Ein hoher Preis allein sagt nichts darüber aus, wie gut das Spielzeug zum Kind passt.

Denken Sie auch an Ihr Budget und daran, wo das Spielzeug später stehen oder liegen soll. Ein großes Spielgerät braucht Platz, kleine Teile gehen leicht verloren. Wenn Sie ein Geschenk aussuchen, berücksichtigen Sie die Interessen des Kindes und die Spielsachen, die es schon hat.

5. Kontrollieren Sie die Lieferung

Prüfen Sie das Spielzeug nach dem Auspacken und lesen Sie die Anleitung sowie die Warnhinweise. Achten Sie auf scharfe Kanten, Verarbeitungsfehler, lose Teile und abblätternde Farbe. Ein auffälliger Geruch ist ein Warnzeichen. Ein neutraler Geruch beweist jedoch nicht, dass das Produkt frei von Schadstoffen ist, denn manche Schadstoffe sind geruchlos.

Kontrollieren Sie das Spielzeug auch später regelmäßig. Holz kann splittern, Teile können sich lockern und Farbe kann sich lösen. Lassen Sie Ihr Kind nicht mehr mit beschädigten Stücken spielen, bis Sie wissen, ob sie sich sicher reparieren lassen. Eine Sicht- und Tastprüfung hilft bei offensichtlichen Mängeln, ersetzt aber keine Prüfung auf Schadstoffe.