Häufige Fragen zu Schadstoffen in Holzspielzeug

Holzspielzeug gilt vielen Eltern als natürliche, sichere Alternative zu Plastik. Doch auch Holzspielzeug kann Schadstoffe enthalten. Ein Test der Stiftung Warentest zeigte: Viele getestete Spielzeuge für Kleinkinder waren mit Schadstoffen belastet, besonders häufig Holzspielzeug. Einige Produkte erfüllten die gesetzlichen Anforderungen nicht und hätten nicht verkauft werden dürfen.

Das heißt nicht, dass Sie Holzspielzeug meiden müssen. Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Was der Test der Stiftung Warentest zeigt

Die Stiftung Warentest hat Spielzeug für Kleinkinder auf Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis war ernüchternd: Viele Produkte waren belastet, und bei einigen überschritten die Werte die gesetzlichen Grenzen. Diese Spielzeuge hätten nach dem Gesetz gar nicht erst in den Handel kommen dürfen.

Der Test umfasste nicht nur Holzspielzeug, sondern auch Spielzeug aus anderen Materialien. Holzspielzeug war aber überdurchschnittlich häufig betroffen. Das liegt daran, dass Holzspielzeug oft lackiert, geleimt oder mit Farben behandelt ist. In diesen Beschichtungen und Klebstoffen stecken die Probleme.

Ein Plüschaffe brannte bei einem zusätzlichen Sicherheitstest lichterloh. Das zeigt, dass Spielzeug nicht nur wegen Schadstoffen problematisch sein kann, sondern auch wegen anderer Sicherheitsmängel. Für Holzspielzeug ist das Brandrisiko weniger relevant, aber es zeigt, dass Prüfungen wichtig sind.

Welche Schadstoffe in Holzspielzeug stecken können

Holz selbst ist unbedenklich. Die Schadstoffe kommen aus den verwendeten Materialien und Behandlungen:

  • Formaldehyd kann in Leimen und Klebstoffen stecken, mit denen Holzplatten oder einzelne Teile verbunden werden.
  • Pestizide können im Holz selbst enthalten sein, wenn das Holz nicht kontrolliert angebaut wurde.
  • Schwermetalle wie Blei oder Cadmium finden sich gelegentlich in Lacken und Farben, vor allem in kräftigen Farbtönen.
  • Weichmacher sind zwar eher ein Problem bei Plastik, können aber auch in Kunststoffbeschichtungen oder Aufklebern auf Holzspielzeug vorkommen.

Diese Stoffe gelangen in den Körper, wenn Kinder das Spielzeug in den Mund nehmen, daran kauen oder sich danach die Finger in den Mund stecken. Kleinkinder sind besonders gefährdet, weil sie alles ablecken und darauf herumkauen.

CE-Zeichen und GS-Zeichen: Was sie wirklich bedeuten

Das CE-Zeichen steht auf fast jedem Spielzeug. Es ist aber keine Prüfmarke. Der Hersteller erklärt damit selbst, dass das Produkt den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Eine unabhängige Kontrolle gibt es nicht. Das CE-Zeichen ist also keine Sicherheitsgarantie, sondern nur eine Herstellererklärung.

Trotzdem gilt: Kaufen Sie kein Spielzeug ohne CE-Zeichen. Hersteller müssen ihre Produkte gesetzlich kennzeichnen. Fehlt das Zeichen, zeigt das, dass der Hersteller schon bei den Grundpflichten nachlässig ist.

Das GS-Zeichen ist dagegen eine echte Prüfmarke. GS steht für "Geprüfte Sicherheit". Eine unabhängige, staatlich anerkannte Prüfstelle prüft das Spielzeug auf Sicherheit und Schadstoffe. Produkte mit GS-Zeichen haben eine neutrale Prüfung bestanden und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen nachweislich. Achten Sie beim Kauf also eher auf das GS-Zeichen als auf das CE-Zeichen.

Woran Sie belastetes Holzspielzeug erkennen

Im Laden können Sie nicht sehen, ob ein Spielzeug Schadstoffe enthält. Aber Sie können es mit Ihren Sinnen prüfen. Die Verbraucherzentralen empfehlen, Spielzeug mit allen Sinnen zu untersuchen:

Riechen Sie am Spielzeug. Ein starker chemischer oder süßlicher Geruch ist ein Warnsignal. Hochwertiges Holzspielzeug riecht nach Holz oder ist nahezu geruchlos. Fühlen Sie die Oberfläche ab. Abblätternde Farbe, raue Stellen oder Splitter zeigen schlechte Verarbeitung. Sehen Sie sich die Kanten und Verbindungen an. Lose Teile, scharfe Kanten oder sichtbare Klebereste sind Zeichen für mangelnde Qualität.

Wenn Sie solche Auffälligkeiten feststellen, hält der Hersteller Qualitätsstandards nicht ein. Dann sollten Sie vorsichtig sein, auch wenn Sie nicht wissen, ob Schadstoffe enthalten sind.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Beim Kauf von Holzspielzeug gilt: Je weniger behandelt das Holz ist, desto geringer das Risiko. Unbehandeltes Holz oder Holz mit natürlichen Ölen ist am sichersten. Bei lackiertem oder bunt bemaltem Spielzeug achten Sie auf das GS-Zeichen.

Achten Sie auch auf die Herkunft. Spielzeug aus europäischer Produktion wird strenger kontrolliert als Ware aus Ländern mit laxeren Vorschriften. Das ist keine Garantie, aber ein Hinweis auf bessere Qualität.

Tropenhölzer wie Teak oder Mahagoni sind nicht nur ökologisch problematisch, sie werden auch häufiger mit Pestiziden behandelt. Einheimische Hölzer wie Buche, Ahorn oder Linde sind die bessere Wahl. Viele Hersteller nennen die Holzart und die Herkunft auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung.

Für Kinder unter drei Jahren gilt: Spielzeug, das in den Mund genommen wird, sollte besonders streng geprüft sein. Kaufen Sie Beißringe, Greiflinge und andere Produkte, die Kinder ablecken, bevorzugt von Herstellern, die ihre Produkte unabhängig testen lassen und das dokumentieren.

Was Sie bei bereits gekauftem Holzspielzeug tun können

Wenn Sie Holzspielzeug besitzen und unsicher sind, ob es belastet ist, hilft derselbe Sinnescheck wie beim Kauf. Riechen Sie am Spielzeug, prüfen Sie die Oberfläche und schauen Sie sich die Verarbeitung an. Fällt Ihnen etwas auf, nehmen Sie das Spielzeug aus dem Verkehr.

Bei stark riechendem oder abblätterndem Spielzeug sollten Sie es entsorgen. Wasser und Spülmittel entfernen oberflächliche Rückstände, aber nicht die Schadstoffe im Lack oder im Leim. Abkochen oder Desinfizieren hilft auch nicht, denn die Stoffe sind fest im Material gebunden.

Bei Spielzeug, das unauffällig riecht und gut verarbeitet ist, besteht kein Grund zur Sorge. Die meisten Produkte auf dem Markt sind unbedenklich, auch wenn der Warentest gezeigt hat, dass es Ausreißer gibt.