Die Altersangabe auf der Verpackung hilft bei der Auswahl. Wichtig ist auch, wie das Kind spielt: Babys nehmen Spielzeug in den Mund, während ältere Geschwister vielleicht mit Kleinteilen bauen.
Achten Sie bei Spielzeug für Babys, beim gemeinsamen Spielen von Geschwistern und nach einer Onlinebestellung auf Warnhinweise, den Zustand des Spielzeugs und den Entwicklungsstand des Kindes.
Spielzeug für Babys prüfen
Ein Baby betastet eine Rassel, dreht sie in den Händen und nimmt sie in den Mund. Prüfen Sie vor dem Kauf deshalb die Altersangabe und die Warnhinweise. Prüfen Sie, ob sich Teile lösen können. Achten Sie auch auf scharfe Kanten und zugängliche Knopfzellen. Bei einem Greifling sollten die Nähte intakt und alle Teile fest sitzen.
Ein Warnhinweis wie „Nicht für Kinder unter drei Jahren“ sollte ernst genommen werden, auch wenn das Produkt auf einem Foto wie ein einfaches Babyspielzeug aussieht. Kontrollieren Sie Spielzeug regelmäßig auf Risse, lockere Teile und andere Schäden. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, Spielzeug passend zum Entwicklungsstand des Kindes auszuwählen und beschädigte oder lose Teile regelmäßig zu kontrollieren.
Holz oder Kunststoff allein sagt wenig über die Sicherheit aus. Eltern können sichtbare Mängel entdecken, aber nicht am Aussehen oder Geruch feststellen, welche Stoffe ein Spielzeug enthält oder freisetzt. Ein starker, auffälliger Geruch ist ein guter Grund, das Produkt zunächst nicht zu verwenden. Er beweist für sich genommen jedoch nicht, dass ein gesundheitsschädlicher Stoff enthalten ist.
Wenn Geschwister zusammen spielen
Ein älteres Kind baut mit einem Set aus kleinen Teilen, während das jüngere Geschwisterkind im selben Raum spielt. Das Set kann für das ältere Kind altersgerecht sein und trotzdem eine Gefahr für das jüngere darstellen, wenn Teile auf dem Boden liegen oder in dessen Reichweite geraten.
Überlegen Sie beim Kauf, wo das Spielzeug benutzt und danach aufbewahrt wird. Sammeln Sie kleinteilige Sets nach dem Spielen ein und verstauen Sie sie außer Reichweite des jüngeren Kindes. Prüfen Sie außerdem regelmäßig, ob Teile gebrochen oder Befestigungen locker sind. Aufsicht bleibt wichtig, ersetzt aber nicht das Wegräumen kleiner Teile.
Wählen Sie das Spielzeug auch danach aus, wie es im Alltag genutzt wird. Ein Baukasten eignet sich für längere Bauphasen, während ein unkompliziertes Spielzeug besser in einen gemeinsamen Spielbereich passt. Die Altersangabe gibt eine wichtige Orientierung. Berücksichtigen Sie zusätzlich, wie die Kinder mit dem Spielzeug umgehen.
Spielzeug online kaufen
Auf einer Produktseite sind Altersempfehlung und Warnhinweise manchmal schwer zu finden. Prüfen Sie vor dem Kauf, wer das Spielzeug tatsächlich verkauft, besonders bei Marktplätzen. Dort kann ein Drittanbieter das Spielzeug anbieten und für das Angebot verantwortlich sein. Achten Sie auch darauf, ob eine Händleranschrift und die nötigen Produktinformationen angegeben sind. Bei Verkäufern außerhalb der EU kann es schwieriger sein, Ansprüche durchzusetzen.
Prüfen Sie das Spielzeug nach der Lieferung auf sichtbare Mängel: Sind Kanten scharf? Lösen sich Teile leicht? Färbt die Oberfläche ab oder riecht das Produkt auffällig? Diese Prüfung hilft, offensichtliche Probleme zu erkennen, ersetzt aber keine Untersuchung auf Schadstoffe.
Fehlt das CE-Zeichen, kaufen oder verwenden Sie das Spielzeug vorerst nicht. Die CE-Kennzeichnung ist für Spielzeug auf dem EU-Markt vorgeschrieben. Sie bedeutet, dass der Hersteller die Einhaltung der geltenden Anforderungen erklärt, und ist kein unabhängiges Prüfsiegel. Das freiwillige GS-Zeichen kennzeichnet eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Auch dieses Zeichen ersetzt nicht die Prüfung von Altershinweisen, Warnungen und Verarbeitung.
Stiftung Warentest und Verbraucherorganisationen untersuchten in einem Test 54 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren, die bei Drittanbietern auf Temu und Shein gekauft worden waren. Die Prüfer fanden bei den Spielzeugen unter anderem Kleinteile, die sich leicht lösen ließen, und unzureichende Kennzeichnungen. Die Ergebnisse gelten für diese Auswahl, nicht für den gesamten Onlinehandel oder alle Angebote der beiden Plattformen. Sie zeigen aber, warum Angaben zum Verkäufer und eine Prüfung der gelieferten Ware sinnvoll sind.