Bei Holzspielzeug für Babys und Kleinkinder sind mehrere Punkte wichtig: das Material und seine Verarbeitung ebenso wie Altersangabe und Beschichtung. Holz ist nicht automatisch schadstoffarm. Farben und Lacke können bei der Nutzung Stoffe freisetzen. Das gilt auch für Klebstoffe und Holzwerkstoffe. Lose Teile, Splitter und scharfe Kanten sind weitere Risiken.
Unbehandeltes Massivholz ist eine sinnvolle Wahl; allein das Material belegt die Sicherheit des Spielzeugs nicht. Prüfen Sie, ob Teile locker sind und die Oberfläche intakt ist. Lesen Sie nach, was die Prüfzeichen über das Spielzeug aussagen.
Ist Holzspielzeug schadstoffarm?
Das Material allein sagt wenig über die Sicherheit aus. Auch Holzspielzeug kann mit Lacken oder Farben behandelt sein oder aus verleimten Holzwerkstoffen bestehen. Ein auffälliger chemischer Geruch ist ein Warnsignal, sagt aber nicht sicher aus, ob Schadstoffe enthalten sind. Das lässt sich zuverlässig nur durch eine Analyse feststellen.
Ein Test der Stiftung Warentest aus dem November 2023 zeigt, wie unterschiedlich die Produkte abschnitten. Untersucht wurden 15 Spielzeuge für Kinder von ein bis drei Jahren. Zehn Produkte empfahl die Stiftung als sicher, von fünf riet sie ab. Vier waren wegen Schadstoffen mangelhaft, eines ausreichend. Die Ergebnisse beziehen sich auf diese Stichprobe und erlauben keine Aussage darüber, wie häufig problematische Produkte insgesamt auf dem Markt sind.
Unbehandeltes Voll- oder Massivholz vermeidet manche Fragen zu Lacken und Holzleimen. Bei bemalten oder lackierten Teilen empfiehlt die Verbraucherzentrale, auf die Norm DIN EN 71-3 zu achten. Sie legt fest, wie geprüft wird, ob bestimmte Elemente aus Spielzeugmaterialien freigesetzt werden. Die Norm beantwortet jedoch nicht jede Frage zu möglichen Schadstoffen.
Worauf kommt es bei der Verarbeitung an?
Bei Spielzeug für Babys und Kleinkinder müssen Kleinteile fest sitzen. Kontrollieren Sie vor dem Kauf, ob sich Knöpfe, Räder oder andere Bestandteile lösen lassen. Prüfen Sie außerdem, ob das Holz glatt geschliffen ist und keine Risse, Splitter oder scharfen Kanten aufweist. Nach Stürzen und längerer Nutzung lohnt sich eine erneute Kontrolle.
Bei Sperrholz und Pressspan sollten Sie besonders auf die Produktqualität achten. Verbraucherzentralen verweisen auf problematische Formaldehydfunde bei Sperrholzpuzzles. Der Befund betrifft nicht jedes Sperrholzspielzeug. Für bestimmte harzgebundene Holzwerkstoffe in Spielzeug gelten EU-Grenzwerte für Formaldehyd; sie beziehen sich auf festgelegte Materialien und Prüfbedingungen.
Beachten Sie die Altersangabe und die Warnhinweise des Herstellers. Sie beziehen unter anderem die Größe der Teile und die vorgesehene Nutzung ein. Spielzeug, das beschädigt ist oder bei dem sich Teile lösen, gehört nicht mehr in die Hände des Kindes.
Was bedeuten CE-, GS- und FSC-Zeichen?
Spielzeug auf dem EU-Markt muss gesetzlich mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Damit erklärt der Hersteller, dass das Spielzeug die geltenden EU-Anforderungen erfüllt. Eine unabhängige Prüfung ist damit nicht verbunden.
Das GS-Zeichen steht für „Geprüfte Sicherheit“. Es zeigt, dass eine unabhängige Stelle das Spielzeug geprüft hat. Achten Sie darauf, dass die Prüfstelle und eine Prüfnummer genannt sind. Auch ein GS-Zeichen ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Produkts auf Schäden oder eine passende Altersangabe.
Das FSC-Zeichen betrifft die Herkunft des Holzes aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Es sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob Lacke, Farben oder das fertige Spielzeug schadstoffarm sind. Prüfen Sie Nachhaltigkeit und Produktsicherheit daher getrennt.
Wie reinigen Sie Holzspielzeug?
Beachten Sie zuerst die Pflegehinweise des Herstellers. Wischen Sie leichte Verschmutzungen meist mit einem trockenen Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung nehmen Sie ein gut ausgewrungenes, leicht feuchtes Tuch und trocknen Sie das Spielzeug danach vollständig. Tauchen Sie Holzspielzeug nicht ohne ausdrückliche Herstellerfreigabe in Wasser: Feuchtigkeit kann das Holz verformen und Beschichtungen oder Klebestellen angreifen.
Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind nicht für jedes Holzspielzeug geeignet. Janod rät bei den eigenen Holzspielzeugen beispielsweise vom Eintauchen in Wasser und von bestimmten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ab. Das ist eine Herstellerempfehlung für dessen Produkte, keine allgemeine Pflegevorschrift. Für Holzspielzeug gibt es keine einheitliche Reinigungs- oder Desinfektionshäufigkeit. Reinigen Sie es bei sichtbarer Verschmutzung und richten Sie sich nach der Anleitung des Herstellers.
Was sollten Sie online oder gebraucht prüfen?
Bei einem Onlinekauf lässt sich die Verarbeitung vorab nur begrenzt beurteilen. Lesen Sie Produktbeschreibung und Altersangabe genau. Prüfen Sie das Spielzeug nach der Lieferung auf lose Teile, scharfe Kanten und Splitter. Achten Sie auch auf auffälligen Geruch. Wenn Sie einen Mangel entdecken, wenden Sie sich an den Verkäufer. Für Onlinekäufe gelten Widerrufsrechte mit Ausnahmen, etwa bei personalisierten Waren.
Bei gebrauchtem Holzspielzeug zählt vor allem der Zustand. Prüfen Sie, ob es Risse, lockere Verbindungen oder abblätternde Farbe gibt. Unbehandeltes Massivholz lässt sich gut weitergeben, wenn es stabil und unbeschädigt ist. Kontrollieren Sie jedes Stück unabhängig davon, ob es bereits jemandem gehört hat oder ein bekanntes Siegel trägt.
Welche Vorteile bietet Holzspielzeug?
Holzspielzeug kann bei guter Verarbeitung lange halten und weitergegeben werden. Es eignet sich für unterschiedliche Spielweisen: Einfache Bausteine lassen sich immer wieder anders verwenden, während eine Holzeisenbahn eher zum Bauen und Erzählen einlädt. Wählen Sie nach Alter, Interesse und Platz im Kinderzimmer, statt allein nach dem Material zu entscheiden.
Wie umweltfreundlich Holzspielzeug ist, hängt davon ab, woher das Holz stammt, welche Leime und Oberflächenbehandlungen verwendet werden, wie das Spielzeug hergestellt wird und wie lange es genutzt wird. Ein allgemeiner Entwicklungsvorteil gegenüber Spielzeug aus anderen Materialien ist ebenfalls nicht belegt.