Checkliste für den Kauf von Motorikspielzeug

Motorikspielzeug soll Kinder in Bewegung bringen und ihre Geschicklichkeit schulen. Steckpuzzle, Fädelspiel, Sortierbox oder Lauflernwagen: Die Auswahl ist groß, doch nicht jedes Spielzeug hält, was die Verpackung verspricht.

Beim Kauf zählen Sicherheit, Material, Verarbeitung und ob das Spielzeug zum Alter und Entwicklungsstand des Kindes passt. Grundlage sind die Empfehlungen der Verbraucherzentralen zur Sicherheit von Kinderspielzeug.

Sicherheit zuerst: GS-Zeichen und CE-Kennzeichnung

Am wichtigsten ist die Sicherheit. Die Verbraucherzentralen raten, beim Kauf auf das GS-Zeichen zu achten. GS steht für "Geprüfte Sicherheit" und zeigt, dass das Spielzeug von einer unabhängigen Prüfstelle getestet wurde und die gesetzlichen Anforderungen an Sicherheit und Schadstoffe erfüllt.

Das CE-Zeichen ist dagegen kein Prüfzeichen. Es ist nur die Erklärung des Herstellers, dass das Produkt den EU-Richtlinien entspricht. Eine unabhängige Kontrolle gab es nicht. Dennoch gilt: Kaufen Sie kein Spielzeug ohne CE-Kennzeichnung. Alle Spielzeuge, die in der EU verkauft werden, müssen dieses Zeichen tragen. Fehlt es, stimmt etwas nicht.

Material und Verarbeitung prüfen

Bevor Sie bezahlen, nehmen Sie das Spielzeug in die Hand. Die Verbraucherzentralen empfehlen, Kinderspielzeug mit allen Sinnen zu prüfen. Das bedeutet konkret:

  • Schauen Sie sich das Spielzeug genau an. Sind Kanten sauber verarbeitet und sitzen alle Teile fest? Gibt es scharfe Ecken oder hervorstehende Schrauben?
  • Riechen Sie daran. Ein starker chemischer Geruch deutet darauf hin, dass der Hersteller bei den Materialien spart, und kann auf Schadstoffe hindeuten.
  • Fühlen Sie die Oberfläche. Splitteriges Holz, rauer Kunststoff oder abblätternde Farbe sind Warnsignale.

Bei Holzspielzeug achten Sie auf versiegelte Oberflächen und abgerundete Kanten. Bei Kunststoffspielzeug sollte der Kunststoff stabil und bruchfest sein, damit keine scharfen Splitter entstehen. Achten Sie außerdem darauf, dass kleine Teile fest sitzen, denn alles, was sich lösen lässt, kann in den Mund wandern und zur Erstickungsgefahr werden.

Alter und Entwicklungsstand berücksichtigen

Die Altersangabe auf der Verpackung ist keine Empfehlung, sondern eine Sicherheitsangabe. Sie gibt an, ab wann ein Kind das Spielzeug gefahrlos nutzen kann. Unterschreiten Sie diese Angabe nicht, besonders bei Spielzeug mit Kleinteilen, denn ein zweijähriges Kind erstickt an Teilen, die für ein fünfjähriges Kind unbedenklich sind.

Gleichzeitig sagt die Altersangabe wenig über den individuellen Entwicklungsstand aus. Manche Kinder greifen früh zu feinmotorischen Aufgaben, andere brauchen erst grobmotorische Herausforderungen. Beobachten Sie Ihr Kind und achten Sie darauf, was es gerne macht und was es gerade fordert. Ein Spielzeug, das das Kind über- oder unterfordert, landet schnell in der Ecke. Wählen Sie deshalb Spielzeug, das eine Herausforderung bietet, aber nicht frustriert.

Was Motorikspielzeug wirklich fördert

Motorikspielzeug fördert unterschiedliche Fähigkeiten. Steckspiele und Sortierboxen trainieren die Hand-Auge-Koordination und das räumliche Denken. Fädelspiele und Perlen schulen die Feinmotorik und die Geduld. Lauflernwagen und Schiebespielzeug stärken die Beinmuskulatur und den Gleichgewichtssinn. Kletterelemente und Balancierbalken fordern die Grobmotorik.

Das Spielzeug allein bewirkt nichts. Es braucht ein Kind, das damit spielt, und oft eine erwachsene Person, die zeigt, wie es geht. Ein Spielzeug, das alle Funktionen selbst übernimmt und nur Knöpfe zum Drücken hat, fördert wenig. Gutes Motorikspielzeug verlangt dem Kind etwas ab, ohne es zu überfordern.

Die praktische Prüfung nach dem Kauf

Auch wenn Sie online bestellen, sollten Sie das Spielzeug nach der Lieferung prüfen. Nehmen Sie es aus der Verpackung und riechen Sie daran. Fühlen Sie alle Oberflächen ab und ziehen Sie an den Teilen. Wenn etwas auffällt, schicken Sie es zurück. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass sichtbare, riechbare oder fühlbare Mängel zeigen, dass der Hersteller die Qualitätsstandards nicht einhält. Das Risiko für Sicherheitsprobleme und Schadstoffe steigt dann.

Bei Fragen zu Schadstoffen in Kinderspielzeug hilft die Online-Schadstoffberatung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dort bekommen Sie eine Einschätzung, ob ein konkretes Produkt bedenklich ist.

Die Checkliste für den Kauf

Gehen Sie die folgenden Punkte vor dem Kauf oder direkt nach der Lieferung durch:

  • Trägt das Spielzeug das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit?
  • Ist das CE-Zeichen vorhanden? Ohne CE-Zeichen nicht kaufen.
  • Entspricht die Altersangabe dem Alter Ihres Kindes?
  • Sind alle Kleinteile fest verankert und können nicht verschluckt werden?
  • Riecht das Spielzeug neutral oder angenehm, nicht chemisch?
  • Sind Kanten und Oberflächen sauber verarbeitet, ohne Splitter oder scharfe Ecken?
  • Ist das Material stabil und bruchfest?
  • Fordert das Spielzeug Ihr Kind heraus, ohne es zu überfordern?
  • Passt das Spielzeug zu den aktuellen Interessen und Fähigkeiten Ihres Kindes?

Wenn Sie alle Punkte mit Ja beantworten können, haben Sie ein sicheres und sinnvolles Spielzeug gefunden.