Beim Onlinekauf von Spielzeug als Geschenk zählt zuerst, ob es zum Kind passt. Prüfen Sie danach, wer es verkauft, welche Sicherheitsangaben vorliegen und was Versand und Rückgabe kosten. Ein niedriger Preis oder viele Sterne reichen dafür nicht aus.
Passt das Spielzeug zum Kind?
Fragen Sie die Eltern oder Betreuungspersonen, wofür sich das Kind interessiert und welches Spielzeug es schon hat. Erkundigen Sie sich auch nach möglichen Einschränkungen. So vermeiden Sie etwa ein weiteres Set, das schon im Kinderzimmer liegt, oder ein Geschenk, das zu Hause nicht erwünscht ist. Für eine sichere Auswahl zählt außerdem das Alter: Beachten Sie die Altersangabe und Warnhinweise des Herstellers. Die Warnhinweise beschreiben mögliche Risiken. Halten Sie die Angaben des Herstellers ein.
Wenn das Kind noch klein ist, prüfen Sie Kleinteile besonders sorgfältig darauf, ob sich Teile lösen und verschluckt werden können. Achten Sie auch darauf, ob das Kind an Knopfzellen, also kleine, runde Batterien, herankommen könnte. Auch lange Schnüre, scharfe Kanten und eine instabile Verarbeitung können Risiken bergen. Bei elektronischem Spielzeug sollte das Batteriefach sicher verschlossen sein.
Bei Spielzeugen, die eine Internetverbindung oder App nutzen, prüfen Sie zusätzlich, ob sie ein Mikrofon oder eine Kamera haben. Prüfen Sie auch, welche Daten das Spielzeug verarbeitet und ob Eltern den Zugriff auf Audio- oder Bildfunktionen kontrollieren können.
Wer verkauft das Spielzeug?
Auf einem Marktplatz kann ein Drittanbieter hinter dem Angebot stehen, auch wenn Sie die Bestellung über eine bekannte Plattform aufgeben. Suchen Sie auf der Produktseite nach dem tatsächlichen Verkäufer, seiner Anschrift und Kontaktmöglichkeit. Prüfen Sie außerdem, aus welchem Land versandt wird und wann das Paket eintreffen soll. Klären Sie auch, wohin eine Rücksendung geht. Ein Verkäufer mit Sitz in der EU, dessen Kontaktdaten Sie finden, erleichtert Rückfragen und die Durchsetzung Ihrer Rechte. Eine EU-Anschrift allein belegt jedoch nicht, dass das Produkt sicher ist.
Wenn Angaben fehlen oder sich widersprechen, prüfen Sie das Angebot genauer. Das gilt auch für unverständliche Warnhinweise oder fehlende Angaben dazu, wer das Produkt hergestellt oder eingeführt hat. Eine Verbraucherzentrale berichtete 2024 über eine gezielte Untersuchung von mehr als 100 Spielzeugen, die über Drittanbieter auf mehreren Marktplätzen gekauft worden waren. Mehr als 80 Prozent erfüllten laut der Untersuchung die europäischen Sicherheitsanforderungen nicht. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Angebote in der Stichprobe.
Was sagen die Kennzeichnungen?
Spielzeug, das in der EU verkauft wird, muss das CE-Zeichen tragen. Damit erklärt der Hersteller, dass er die geltenden EU-Anforderungen einhält. CE ist kein unabhängiges Prüfsiegel und bedeutet nicht, dass eine externe Stelle jedes einzelne Spielzeug getestet hat. Das freiwillige GS-Zeichen weist auf eine zusätzliche unabhängige Prüfung hin, schließt aber nicht jedes mögliche Risiko aus.
Lesen Sie die Warnhinweise und Sicherheitsinformationen auf der Produktseite, bevor Sie bestellen. Fehlen sie oder lassen sie sich nicht nachvollziehen, wählen Sie besser ein anderes Angebot. Sie können auch prüfen, ob das Produkt in öffentlichen Warnmeldungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin oder im europäischen Warnsystem Safety Gate aufgeführt ist. Die Anforderungen einer neuen EU-Spielzeugverordnung gelten grundsätzlich erst ab dem 1. August 2030; behandeln Sie sie daher nicht als bereits geltende Kaufvoraussetzung.
Ist der Preis wirklich günstiger?
Vergleichen Sie dasselbe Modell oder dieselbe Artikelnummer. Ähnlich aussehende Spielzeuge können sich bei Ausstattung und Lieferumfang unterscheiden. Entscheidend ist der Gesamtpreis: Rechnen Sie Versandkosten und bekannte Zusatzkosten ein und berücksichtigen Sie, ob für eine Rücksendung Kosten anfallen. Bei einem Geschenk zu einem festen Termin zählt auch, ob die angegebene Lieferzeit ausreicht.
Vergleichsportale helfen bei der Suche, zeigen aber nicht zwingend alle Händler. Werbung oder Provisionen können die Reihenfolge beeinflussen. Prüfen Sie deshalb den Preis direkt auf der Shopseite und lesen Sie die Bedingungen für Gutscheine und Aktionspreise. Ein ungewöhnlich niedriger Preis beweist nicht, dass ein Spielzeug unsicher ist. Er ist ein Anlass, Verkäufer, Produktangaben und Lieferbedingungen genauer zu prüfen; auch ein hoher Preis bietet keine Gewähr für einwandfreie Ware.
Was gilt bei Rückgabe und Lieferung?
Beim Onlinekauf gilt grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht ab Erhalt der Ware. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für individuell angefertigte Produkte. Bei einem Spielzeug mit Namensaufdruck sollten Sie deshalb vor der Bestellung prüfen, ob Sie es zurückgeben können. Kontrollieren Sie auch, wer die Rücksendekosten trägt.
Nach der Lieferung gleichen Sie Spielzeug und Verpackung mit der Bestellung ab und prüfen Kennzeichnungen sowie Warnhinweise. Achten Sie auf scharfe Kanten, lose Teile, Verarbeitungsfehler, abfärbende Oberflächen und ungewöhnlichen Geruch. Ein Geruch allein verrät nicht, ob Schadstoffe enthalten sind; dafür wäre eine Laboranalyse nötig. Bei einem Sicherheitsverdacht geben Sie das Spielzeug nicht weiter und benutzen es nicht. Wenden Sie sich an den Händler und prüfen Sie Ihre Rückgabe- oder Gewährleistungsrechte.
Spielzeug vor und nach dem Kauf prüfen
Klären Sie offene Fragen vor dem Kauf; prüfen Sie nach der Lieferung Verarbeitung und Kennzeichnungen, bevor Sie das Geschenk übergeben.
- Passt das Spielzeug zum Alter und zu den Fähigkeiten des Kindes?
- Haben Sie Interessen, vorhandenes Spielzeug und Wünsche der Eltern berücksichtigt?
- Sind Kleinteile, Schnüre und Batteriefächer für das Kind geeignet?
- Ist klar erkennbar, wer das Spielzeug verkauft und wie der Verkäufer erreichbar ist?
- Sind Herstellerangaben, Altersangabe, Warnhinweise und Sicherheitsinformationen verständlich?
- Haben Sie die CE-Kennzeichnung richtig eingeordnet und bei Bedarf auf das freiwillige GS-Zeichen geachtet?
- Haben Sie dasselbe Modell anhand des Gesamtpreises, der Lieferzeit und möglicher Rücksendekosten verglichen?
- Wissen Sie, ob ein Widerruf möglich ist und welche Ausnahmen gelten?
- Haben Sie nach der Lieferung Verarbeitung, Kennzeichnungen und mögliche Auffälligkeiten geprüft, bevor Sie das Geschenk übergeben?