Bei Bauklötzen, Puppen und Babyspielzeug wählen Eltern oft zwischen Holz und Kunststoff. Das Material gibt Hinweise auf Verarbeitung und mögliche Schadstoffquellen, sagt allein aber nicht aus, ob das Spielzeug sicher ist. Dafür zählen auch Altersempfehlung, Konstruktion, Oberfläche und Zustand.
Wählen Sie Spielzeug passend zum Alter und zur Spielweise des Kindes. Prüfen Sie, ob Teile fest sitzen und die Oberflächen unbeschädigt sind. Achten Sie auch darauf, ob der Anbieter konkrete Angaben zum Produkt macht. Bei Holz zählen Lacke und Leime, bei Kunststoff die Werkstoffart und mögliche Zusatzstoffe.
Prüfpunkte für Holz- und Kunststoffspielzeug
Holz und Kunststoff bringen unterschiedliche Prüfpunkte mit. Bei beiden können sich Teile lösen oder Kanten entstehen, wenn das Spielzeug beschädigt ist. Ein Stoff im Material ist nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beurteilt unter anderem, ob der Stoff aus dem Spielzeug freigesetzt und aufgenommen werden kann und in welcher Menge.
| Prüffrage | Holzspielzeug | Kunststoffspielzeug |
|---|---|---|
| Was sollten Sie erkennen? | Massivholz oder Holzwerkstoff, unbehandelte oder beschichtete Oberfläche | Kunststoffart, weich oder hart, Angaben zu Zusatzstoffen |
| Worauf sollten Sie besonders achten? | Abgesplitterte Stellen, lose Teile, Lacke und Farben | Weiche Kunststoffteile, beschädigte Stellen, unklare Materialangaben |
| Was sagt das Material allein aus? | Nicht, ob das Spielzeug altersgerecht oder schadstoffgeprüft ist | Ebenfalls nicht, ob das Spielzeug altersgerecht oder schadstoffgeprüft ist |
Die Tabelle hilft bei der Kaufprüfung, ist aber keine Rangliste: Ein gut verarbeitetes Spielzeug aus dem einen Material ist nicht automatisch sicherer als ein gut verarbeitetes Spielzeug aus dem anderen.
Holz: Oberfläche prüfen
Unbehandeltes Massivholz ist eine einfache Wahl, wenn Sie beschichtete Oberflächen vermeiden möchten. „Aus Holz“ kann aber auch bedeuten, dass das Spielzeug verleimt, lackiert oder aus einem Holzwerkstoff hergestellt wurde. Diese Unterschiede sind wichtig. Die Verbraucherzentralen verweisen zum Beispiel auf Formaldehyd, das bei bestimmten Sperrholz-Puzzles freigesetzt wurde.
Bei lackiertem oder gefärbtem Holz kommt es auf die Beschichtung an. Die Norm DIN EN 71-3 legt fest, wie viel von bestimmten Elementen aus Spielzeugmaterialien freigesetzt werden darf. Achten Sie auf nachvollziehbare Herstellerangaben und kontrollieren Sie das Spielzeug nach dem Auspacken auf Risse, raue Stellen und abblätternde Farbe.
Für Babys und Kleinkinder gilt zusätzlich: Kleine Teile dürfen sich nicht lösen. Das betrifft Holzperlen ebenso wie Räder, Knöpfe oder aufgeklebte Verzierungen.
Kunststoff: Werkstoff prüfen
Kunststoff ist ein Sammelbegriff für Werkstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Für Polyethylen, Polypropylen und ABS sind keine zugesetzten Weichmacher nötig. Das sagt jedoch nicht automatisch etwas über alle anderen Inhaltsstoffe oder die Sicherheit eines konkreten Produkts aus.
Bei weichem Kunststoff, besonders bei PVC, können Weichmacher eine Rolle spielen. Achten Sie bei solchen Produkten auf klare Angaben wie „PVC-frei“ oder „phthalatfrei“. Manche transparente Hartkunststoffe bestehen aus Polycarbonat. Dieses kann Bisphenol A oder andere Bisphenole freisetzen. Aussehen und Härte allein reichen nicht aus, um den Kunststoff sicher zu bestimmen.
Bei älteren gebrauchten Weichplastik-Puppen und -Figuren raten die Verbraucherzentralen zur Vorsicht. Prüfen Sie gebrauchte Kunststoffspielzeuge auf Risse, klebrige Stellen und lose Teile. Ein gebrauchtes Spielzeug aus Holz braucht ebenfalls eine Zustandskontrolle, besonders an Kanten und Verbindungen.
Spielzeug nach Alter und Spielweise auswählen
Die Altersangabe richtet sich vor allem nach der Konstruktion und danach, wie das Spielzeug genutzt werden kann. Das Material spielt dabei keine entscheidende Rolle. Kleine Teile sind für Kinder, die Dinge in den Mund nehmen, ein besonderes Risiko. Bei jedem Material sind scharfe Kanten problematisch. Das gilt ebenso für verschluckbare Bestandteile und Teile, die sich bei normalem Spielen lösen.
Eine Warnung „Nicht für Kinder unter 36 Monaten“ kann auf ein Sicherheitsrisiko hinweisen. Lesen Sie den konkreten Warnhinweis und behandeln Sie die Altersangabe nicht bloß als pädagogische Empfehlung. Wenn ein Kind noch häufig Spielzeug in den Mund nimmt, wählen Sie Produkte ohne ablösbare Kleinteile und prüfen Sie sie regelmäßig auf Schäden.
Auch die Spielweise hilft bei der Auswahl. Für Bauklötze zählen stabile Formen und glatte Oberflächen; bei Spielzeug, das ein Kind herumträgt oder bekaut, sind feste Verbindungen und unbeschädigte Oberflächen besonders wichtig. Der Materialname ersetzt diese Prüfung nicht.
Spielzeug online sicher kaufen
Beim Online-Kauf können Sie Oberfläche, Geruch und Stabilität vor der Lieferung nicht selbst prüfen. Sehen Sie sich daher die Angaben zum Verkäufer und zum Produkt genau an. Wenn der Anbieter die Kunststoffart nicht nennt oder unklar bleibt, wie eine farbige Oberfläche behandelt wurde, können Sie die Zusammensetzung nicht anhand der Produktbilder erkennen.
Prüfen Sie vor dem Kauf, wer das Spielzeug verkauft, für welches Alter es vorgesehen ist und welche Warnhinweise gelten. Prüfen Sie, was die einzelnen Kennzeichen bedeuten. Mit dem CE-Zeichen erklärt der Hersteller, dass das Produkt die geltenden Anforderungen erfüllt. Es bedeutet nicht, dass eine unabhängige Prüfstelle jedes Spielzeug getestet hat. Das GS-Zeichen beruht auf einer unabhängigen Prüfung; prüfen Sie beim konkreten Produkt auch Prüfstelle und Prüfnummer. FSC und Naturland geben Orientierung zur Herkunft beziehungsweise nachhaltigen Forstwirtschaft, ersetzen aber keine Sicherheitsprüfung. Der Blaue Engel bewertet Umwelt- und Gesundheitskriterien für Spielzeug aus verschiedenen Materialien.
Nach der Lieferung sollten Sie lose Teile und Risse kontrollieren. Achten Sie außerdem auf scharfe Kanten und Abplatzungen. Ein auffälliger Geruch ist ein Anlass, das Spielzeug nicht direkt dem Kind zu geben und beim Verkäufer nachzufragen. Geruch und Sichtprüfung können jedoch keine Laborprüfung ersetzen und belegen nicht, dass ein Spielzeug schadstofffrei ist.
Eine Untersuchung im Auftrag des Branchenverbands Toy Industries of Europe ergab 2024: Mehr als 80 Prozent von über 100 Spielzeugen aus Drittanbieterangeboten auf zehn Online-Marktplätzen erfüllten die europäischen Sicherheitsanforderungen nicht. Die Zahl gilt nur für die untersuchten Spielzeuge und lässt sich nicht auf alle Angebote übertragen. Die Untersuchung liefert auch keinen Vergleich zwischen Holz- und Kunststoffspielzeug. Sie unterstreicht vor allem, dass Sie Verkäufer und Produktangaben sorgfältig prüfen sollten.
Stand 2026: Die neue EU-Spielzeugverordnung ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft, ihre wesentlichen Anforderungen gelten aber erst ab dem 1. August 2030. Während der Übergangszeit werden weiterhin Spielzeuge nach den bisherigen Regeln in Verkehr gebracht.
Nachhaltigkeit richtig einordnen
Holz ist nicht automatisch umweltfreundlicher als Kunststoff. Die Umweltbilanz hängt unter anderem davon ab, woher das Material stammt, wie das Spielzeug hergestellt wurde und wie lange es genutzt wird. Daraus lässt sich keine allgemeine Rangfolge zwischen Holz und Kunststoff ableiten.
Bei Holz können FSC oder Naturland Hinweise zur Forstwirtschaft geben. Der Blaue Engel bietet eine produktbezogene Orientierung anhand festgelegter Umwelt- und Gesundheitskriterien. Jedes Kennzeichen gibt nur zu bestimmten Fragen Auskunft. Ein Herkunftssiegel belegt nicht die Sicherheit. Auch ein nachhaltiger Eindruck ersetzt nicht die Prüfung auf Kleinteile oder Schäden.