Bei der Wahl von Holzspielzeug kommt es auf die Oberfläche, das Alter des Kindes und seine Spielweise an. Unbehandeltes Massivholz ist eine gute erste Wahl. Lackiertes Spielzeug eignet sich ebenfalls, wenn die Beschichtung für Spielzeug geeignet und sauber verarbeitet ist.
Bei Kindern, die Spielzeug in den Mund nehmen, müssen Sie andere Punkte beachten als bei älteren Kindern, die damit bauen oder Rollenspiele spielen. Beginnen Sie mit den Kleinteilen. Prüfen Sie anschließend Materialangaben und Verarbeitung, bevor Sie sich die Oberfläche ansehen.
Wählen Sie die Oberfläche passend zur Nutzung
Verbraucherzentralen empfehlen unbehandeltes Voll- oder Massivholz als erste Wahl. Bei einer schlichten Oberfläche lässt sich das Material leichter beurteilen. Sie beweist aber weder, dass bei der Herstellung keine Schadstoffe verwendet wurden, noch dass das Spielzeug sicher verarbeitet ist. Prüfen Sie auch bei naturbelassenem Spielzeug, ob Kanten glatt sind und Teile fest sitzen.
Lack oder Farbe sind kein automatischer Ausschlussgrund. Die Spielzeugnorm DIN EN 71-3 legt fest, welche Mengen bestimmter Elemente aus Spielzeugmaterialien freigesetzt werden dürfen. Sie berücksichtigt damit einen Teil der möglichen chemischen Risiken, belegt aber nicht, dass ein Spielzeug frei von Schadstoffen ist. Bei lackiertem Spielzeug sollten Herstellerangaben zur Eignung für Spielzeug nachvollziehbar sein.
Wenn ein Kind häufig auf Spielzeug kaut, prüfen Sie Beschichtung, Altersempfehlung und mögliche lose Teile besonders sorgfältig. Eine pauschale Regel, nach der unbehandeltes oder lackiertes Holz bei jeder Nutzung sicherer ist, gibt es nicht. Wenn Angaben zur Oberfläche fehlen, fragen Sie beim Händler nach oder wählen Sie ein Produkt mit klarer Materialbeschreibung.
Prüfen Sie Holz und Verarbeitung
Massivholz, Sperrholz und Pressspan sind unterschiedliche Materialien. Sperrholz besteht aus verbundenen Holzlagen, Pressspan aus zusammengepressten Holzbestandteilen. Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass Sperrholzpuzzles in Tests wegen Formaldehyd auffielen. Das macht nicht jedes Spielzeug aus Sperrholz problematisch, ist aber ein Grund, bei Holzwerkstoffen genauer auf Produktangaben und Prüfhinweise zu achten.
Kontrollieren Sie das Spielzeug nach der Lieferung auf scharfe Kanten und Risse. Achten Sie außerdem auf lose Teile sowie auf Farbe, die abplatzt oder abfärbt. Riecht das Spielzeug auffällig, geben Sie es dem Kind nicht und kontaktieren Sie den Händler. Eine Sicht- und Geruchsprüfung kann Mängel aufdecken, aber keine chemische Untersuchung ersetzen.
Richten Sie die Wahl nach Alter und Spielweise
Bei Spielzeug für Kinder unter drei Jahren dürfen sich keine verschluckbaren Kleinteile lösen. Halten Sie sich an die Altersangabe und Warnhinweise des Herstellers. Prüfen Sie trotzdem, ob sich Teile lösen können: Ein loses Holzrad oder ein abgebrochener Baustein kann auch bei einem Spielzeug mit passender Altersangabe zum Problem werden.
Überlegen Sie beim Kauf, wie das Kind spielen soll. Bauklötze bieten Raum zum Stapeln und Bauen; Figuren oder eine Holzküche eignen sich für Rollenspiele. Einfache, vielseitig verwendbare Teile können über längere Zeit interessant bleiben, wenn sie zum Spielverhalten des Kindes passen. Aus dem Material allein lässt sich kein besonderer Entwicklungsvorteil ableiten: Eine Studie zu Bauklötzen fand in der Gesamtgruppe keinen statistisch gesicherten Effekt auf die Sprachentwicklung. Positive Unterschiede zeigten sich nur in einer Teilgruppe.
Ordnen Sie Schadstoffhinweise richtig ein
Formaldehyd kann bei bestimmten Holzwerkstoffen und verklebten Materialien eine Rolle spielen. Eine 2021 veröffentlichte Untersuchung testete acht gezielt ausgewählte Holzspielzeuge. Sieben davon überschritten in einem Flaschentest einen damals empfohlenen Wert des früheren Bundesgesundheitsamts. Die Auswahl war klein und nicht repräsentativ für den gesamten Markt. Außerdem gab der Flaschentest nur wenig Aufschluss darüber, wie hoch die Emissionen unter realistischeren Prüfbedingungen sind.
Aus diesem Ergebnis lässt sich keine Aussage über jedes Holzspielzeug ableiten. Geruch und Aussehen zeigen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht zuverlässig, ob ein Spielzeug formaldehydfrei ist. Bei unklaren Materialangaben hilft es, den Hersteller oder Händler nach dem Werkstoff und vorhandenen Prüfungen zu fragen.
Lesen Sie Prüfzeichen genau
Die CE-Kennzeichnung ist eine Erklärung des Herstellers, dass das Spielzeug die geltenden Anforderungen erfüllt. Sie ist kein unabhängiges Prüfsiegel. Fehlt sie, raten Verbraucherzentralen vom Kauf ab. Das Zeichen allein zeigt aber nicht, ob das Spielzeug sauber verarbeitet ist.
Das GS-Zeichen steht für eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle. Achten Sie darauf, ob das Prüfunternehmen und eine Prüfnummer nachvollziehbar angegeben sind. Bei entsprechend gekennzeichnetem Holzspielzeug gibt der Blaue Engel zusätzliche Orientierung. Laut Umweltbundesamt gelten dafür Anforderungen, die über gesetzliche Bestimmungen hinausgehen. Dazu gehören Prüfungen zu Emissionen. Prüfen Sie, ob die Kennzeichnung tatsächlich für das angebotene Spielzeug gilt.
Beim Onlinekauf sollten Sie Angaben zum Material, zum Hersteller oder Importeur und zur Sicherheit klar erkennen können. Fehlen diese Angaben oder bleiben Fragen zur Beschichtung offen, wählen Sie ein anderes Produkt. Prüfen Sie das Spielzeug nach dem Auspacken auf Geruch und Schäden. Achten Sie auch auf scharfe Kanten und lose Teile.
Beurteilen Sie Haltbarkeit und Umwelt
Ein Holzspielzeug ist nicht automatisch umweltfreundlicher als ein vergleichbares Produkt aus einem anderen Material. Eine Lebenszyklusanalyse verglich acht Spielzeuge und betrachtete ihre Umweltwirkungen über den gesamten Lebensweg. Beim untersuchten Holzspielzeug waren die Treibhausgasemissionen und der Nährstoffeintrag in Gewässer gering, während es bei der Versauerung von Böden und Gewässern den höchsten Wert hatte. Die kleine Auswahl erlaubt keine allgemeine Rangfolge für alle Spielzeuge.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Spielzeug stabil gebaut ist und beschädigte Teile ersetzt werden können. Achten Sie auch auf eine angegebene Holzherkunft und überlegen Sie, ob das Spielzeug voraussichtlich lange genutzt wird. Wählen Sie ein stabiles Spielzeug, das zum Kind und zu seiner Spielweise passt. Das Material allein sagt wenig darüber aus, wie lange es genutzt wird.